Die araner mundart/Wörterbuch/ǵ

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ǵ

ǵ, s. .

ǵȧl̄, ǵǡl̄, m., „pfand, versprechen“, geall, aus gell, St.-B. 112, W. 591. – Vgl. ǵȧl̄ə, ǵȧl̄ĭm, ǵȧl̄tə, ǵȧl̄təməs.

1. „pfand“.
vērə mē ǵǡl̄, gə mĭai mē ńīs l̄uə n̄ā tū ə ḱǡn̄ ə wōhŕ̥. „Ich wette, dass ich eher als du am ende des weges sein werde.“
2. „versprechen“, oft nicht von ǵȧlə[1] zu unterscheiden, da unbetontes ə häufig schwindet. S. d. beisp. unter gȧl̄ə.[1]
3. mar jȧl̄ əŕ „zur entschädigung für“, „zum ersatz für“, „wegen“, „für“.
is mōr, tā šē m aiŕə[A 1] mar jȧl̄ eŕ n̥ šḱēl ȷī-çēlī ūd. „Er ist mir sehr böse wegen jener thörichten geschichte.“ – tā mē tryblōȷəx mar jȧl̄ ortsə. „Ich bedauere es für dich.“

ǵȧl̄ə, ǵǡl̄ə, m., „versprechen“, verbals. zu ǵȧl̄ĭm, gealladh, aus gellad, W. 591, Atk. 736. – Vgl. ǵǡl̄, gȧl̄tə,[2] gȧl̄təməs.[3]

tā sūl ām, gə givnō šib əŕ r̥ ŋ́ȧl̄ə. „Ich hoffe, ihr werdet euch eures versprechens erinnern.“

ǵāl̄ĭm, ǵǡl̄ĭm, „verspreche“, geallaim, aus gellaim, St.-B. 113. W. 591, Atk. 736. – Vgl. ǵǡl̄ə, ǵȧl̄, ǵȧl̄tə, ǵȧl̄təməs.

ǵȧl̄ĭm ʒic, gə ȷukə mē əmā́rəx. „Ich verspreche dir morgen zu kommen.“ – jȧl̄ tū ʒom ə hȧxt ərǽš xō l̄uə əs fēȷŕ̥ ē. „Du versprachst mir, sobald wie möglich zurückzukommen.“

ǵȧl̄tə, ǵǡl̄tə, p. p. zu ǵȧl̄ĭm, geallta, „das versprochene.“[A 2]

vriš tū də jȧl̄tə. „Du hast dein versprechen gebrochen.“

ǵȧl̄təməs, ǵǡl̄təməs, m., „versprechen“, gealltamas, von ǵȧl̄tə.

tōŕ dūń ń̥ ǵǡl̄təməs, ə rø tū kȧnc əŕ. „Erfülle uns das versprechen, von dem du gesprochen hast.“

ǵȧl, „weiss, glänzend, hell“, geal, aus gel; St.-B. 112, W. 591, Atk. 736. – Vgl. bān.

bal̄ə ǵȧl. „Eine weisse mauer.“ – soləs ǵȧl. „Helles licht.“ – [Vgl. pāpēŕ bān. „Weisses papier.“ – blā bān. „Eine weisse blüte.“] – tā kreḱn̥̄ ǵȧl ørə. „Sie hat eine weisse haut.“

ǵȧləx, m.,[A 3] „mond“, gealach, O’R., von ǵȧl. – Vgl. ǵŕiən.

ǵȧn, m., „zuneigung“, gean, aus gen „lächeln“; St.-B. 110, W. 591. – Vgl. grā, šȧrək.

is mōr mə jȧn ərt. „Ich habe dich sehr gern.“

ǵȧrbŭī, s. ǵȧrəb.

ǵȧrəb, m., „schorf“, gearb, O’R. Vgl. ǵȧrəbəx. – pl. ǵȧrbŭī.

tā ǵȧrəb eŕ ə ēdn̥ agəs ǵȧrbŭī eŕ ə lāv. „Er hat einen schorf im gesicht und mehrere auf der hand.“

ǵȧrəbəx, „schorfig“, gearbach, aus gerbach; St.-B. 112. – Vgl. ǵȧrəb.

tā l̄orəgə mə xøš ǵȧrəbəx. „Mein schienbein ist schorfig.“

ǵǡl̄-, s. ǵǡl̄, gȧl̄ə,[1] gȧl̄ĭm,[4] ǵȧl̄tə, ǵȧl̄təməs.

ǵǡr, „kurz“, gearr, aus gerr; St.-B. 112, W. 593. – komp. ǵørə, ǵerə. – Vgl. gar, ǵǡrĭm.

tā n bōhr̥ ǵǡr. „Der weg ist kurz.“ – n̄ax ǵǡr n̥ l̄ā ē? „Wie kurz der tag ist.“ – tā nə l̄ēhī fāl ńīs ǵørə əníš. „Die tage werden jetzt kürzer.“ - is ǵǡr, gə mĭai šē gə mŭȧ əŕī́šc. „Er wird bald wieder wohl sein.“

ǵǡrĭm, zuweilen ǵirĭm,[A 4] „kürze, schneide“, gearraim, aus gerraim, W. 593, Atk. 737. – Vgl. ǵǡr.

ǵǡrə myȷ ə fēr. „Wir wollen das gras schneiden.“ – gax uəŕ, dā jaihā nə græǵ, ǵǡrtī hū. „Jedesmal, wenn du unter die felsen gegangen bist, hast du dich geschnitten.“ – vī n mŭȧȷə rō adə, agəs wȧn mə jŕāhŕ̥ pīs ȷe agəs jir šē ē. „Der stock war zu lang; daher hat mein bruder ein stück abgenommen und ihn so kurz genug gemacht.“ – ǵir n̥ bōhr̥! „Mache den weg kurz!“ [durch unterhaltung].[A 5]

ǵelān, m., „helle“, gealán, O’R., von ǵǡl.

cīńcə ǵelān. „Feuerschein.“ [Zuweilen vom blitz gesagt. Vgl. l̄asŕ̥.][A 6]

ǵerə, s. ǵǡr.

ǵerəmān, f., „Deutschland“, gearmain, O’R.

ǵeremōnəx,[5] „deutsch“, gearmáineach. Keat.

ǵē, f., „gans“, gé, gédh, géadh, aus géd; St.-B. 109, W. 589.

ǵēg, f., „ast, zweig“, géag, aus géc; St.-B. 69, W. 589. – Vgl. ǵēgān.

ǵēgān, m., „ast, zweig“, géagán, O’R., von ǵēg.

is ǵēgān mōr ē. „Das ist ein grosser ast.“ – xrox mē mē[6] hata æs ǵēgān n̥ xrīń. „Ich habe meinen hut an einem aste des baumes aufgehängt.“

ǵēr, gēŕ,[A 7] „scharf, sauer“, géar, aus gér; W. 592, Atk. 737.

tā n blāx ǵēr. „Die buttermilch ist sauer.“ – tā n køln̥̄ ǵēr. „Die stechpalme ist scharf.“

ǵēŕ,[A 8] s. ǵēr.

ǵiəl̄, m., „kinnlade“, gial, giall, O’R., aus giall, W. 573.— Vgl. karəbəd.

tā šē mantəx, ʒā iəkl̥ æs ə jiəl̄. „Er ist wie zahnlos, zwei zähne sind aus seiner kinnlade herausgefallen.“ ǵilōg = ǵibōg?, O’R. giobóg „sheaf, bundle“. Vgl. das beisp. unter bŕīm.[A 9]

ǵir-, s. ǵǡrĭm.[A 10]

ǵīvŕə, m., „winter“, geimhreadh, aus gemrad, gemred; St.-B. 104, W. 561, Atk. 736. – Vgl. ærəx, fūvr̥, savrə.

sə ŋ́īvŕə. „Im winter.“ – mī-vĭān jīvŕə. „Dezember.“ – mī-jeŕə jīvŕə. „Januar.“

ǵlǡn̄, m., „thal“, gleann, aus glenn, glend; St.-B. 120, W. 596, Atk. 739. – gen. ǵlǡn̄ə, pl. ǵlȧn̄tə.[7]

is ē fad ə jlǡn̥̄e[A 11] ʒā ihəd sl̄at. „Die länge des thals beträgt vierzig meter.“

ǵlǡn̄-, s. ǵlǡn̄.

ǵlē, m., „eiweiss“, glé, aus glé „glänzend, klar“; St.-B. 119, W. 595, Atk. 739. – Vgl. bŭīkān.

ǵlē nə h-øvə. „Das eiweiss.“

ǵlēs, m„ „kleid, instrument“, gléas, Keat. „plan, method, means“, aus cléss „kunststück“; W. 426.[A 12] Das wort ohne nähere bezeichnung wird vermieden, da es auch euphemistisch für bod, „männliches glied“, gebraucht wird. – Vgl. ǵlēsĭm, ǵlēstə. – ǵlēs-aŋkəŕə, m., „anker – apparat.“

ǵlēsĭm, „bekleide“, gléasaim, O’R., prepare, tune, arrange, von ǵlēs. – Vgl. ǵlēstə.

ǵlēs hū hēn! „Ziehe dich an!“ [häufiger: kiŕ ort!]

ǵlēstə, p. p. zu ǵlēsĭm.

wil tū ǵlēstə? „Bist du angezogen?“ [das p. p. von kiŕĭm heisst „begraben“].

ǵlikəxt, „schlauheit“, gliocacht, von ǵliḱ.

lē n-ə ʒlikəxt vȧl̄ sē[8] māŕə šōjəš as ə kiȷ talū. „Mit seiner schlauheit hat er Maria Joyce um ihr land betrogen“.

ǵliḱ, „schlau“, glic, aus glicc; St.-B. 116, Z.-E. 233, W. 596, Atk. 739. – Vgl. ǵlikəxt.

ān ʒliḱ nə dȳnə tā ə ń-inišmĭā́n. „Die leute von Inichmaan[9] sind sehr schlau.“ [So behaupten die von Inisheer.]

ǵlō, m., „lärm, streit“, gleó; W. 596, Atk. 739.

ǵlō ist ein unnützer, torn̥̄ ein mit einer gewissen beschäftigung notwendig verbundener lärm. – Vgl. ǵlōvr̥, trəȷ,[10] šḱlūxəs, aiə.
gəȷē n ǵlō, ńīs šēd! „Was für einen lärm sie machen!“ – tā šēd ə gūnī ə ǵlō. „Immer streiten sie.“

ǵlōvr̥, „lärmend“, gleómhar, von ǵlō.[A 13]

ǵørə, s. ǵǡr.

ǵŕȧm-, s. ǵŕȧmŭīm und ǵŕȧmū.

ǵŕȧmŭīm, „klebe an“, greamuighim, Keat. „seize, grasp“, von greim, gréimm; Atk. 743, W. 602. – Vgl. ǵŕīm und ǵŕȧmū.

ǵŕȧm nə pāpēŕ eŕ ə mal̄ə! „Klebe die tapeten an die wand!“

ǵŕȧmū, m., „ankleben“, greamughadh, Keat. „act of seizing“, verbals. zu ǵŕāmŭīm.[11] – Vgl. ǵŕīm.

ǵŕǡn̄, ǵrǡn,[12] m., „vorliebe, scherz“, greann, O’R., zu grind; W. 603.

1. „vorliebe“; s. d. beisp. unter æhəš. 2. „scherz“.
ńīl is eǵə lē ǵŕǡn̄ ə ʒlakə. „Er kann keinen scherz vertragen.“

ǵŕǡn, s. ǵŕǡn̄.

ǵŕēnə, s. ǵŕiən.

ǵŕēsī, m., „schuhmacher“, gréasaidhe, von gréss, „kunstfertigkeit; W. 602. – Vgl. kablērə.

tā šē n-ə jŕēsī. – is ǵŕēsī ē. „Er ist ein schuhmacher“.

ǵŕiən, f., „sonne“, grian, aus grían; St.-B. 114, W. 603, Z.-E. 241, Atk. 743. – gen. ǵŕēnə. – Vgl. ǵȧləx und ǵŕiənəx, ǵriəvnr̥.[A 14]

aiŕə nə ǵŕēnə. „Sonnenaufgang.“ – skālə nə ǵŕēnə. „Sonnenstrahlen.“

ǵŕiənəx, „sonnig“, grianach, Keat., von ǵŕiən. – Vgl. ǵŕiəvnr̥.[A 14]

ǵŕiəvnr̥,[A 14] „sonnig“, grianmhar, O’R., von ǵŕiən. – Vgl. ǵŕiənəx.

ǵŕīm, m., „griff, halt“, greim, aus greim, gréimm; Atk. 743, W. 602. – Vgl. ǵŕȧmŭīm und ǵŕȧmū.

hug šē ǵŕīm eŕ. „Er ergriff ihn.“ – n̄ā tōŕ hū hēn fȳ jŕīm lē ēn ńī. „Binde dich an nichts.“ – Vgl. d. beisp. unter beŕĭm 6.

ǵŕīm, m., „bissen“, greim; St.-B. 118, W. 602.

ȷ ī mē ǵŕīm rān. „Ich habe einen bissen brot gegessen.“

ǵrīsəx,[13] „heisse asche“, gríosach, aus grísach; W. 603.

ǵūrən̄əx, m.,[A 15] „seepocke“ [lepas balanus], giughrannach, von giugrann [vgl. anser]; Z.-R. 21, W. 594, St.-B. 109, „anas bernicula.“

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Anmerkungen des Autors[Bearbeiten]

  1. S. 131 z. 28 lies ai sə statt aiŕə.

  2. S. 132 z. 9: „ǵȧl̄tə nicht p. p., sondern pl. zu ǵȧl̄.“ Pedersen.

  3. S. 132 z. 20 lies f. statt m.

  4. S. 133 z. 5 streiche: zuweilen ǵirĭm „kürze“.

  5. S. 133 z. 10–13 sind zu streichen.

  6. S. 133 z. 15, 16 zu streichen. Statt dessen lies: cinə jelān „Blilz“, pl. cīńcə ǵelān. [Die singularform verdanke ich Pedersens mitteilung (jəlāń)].

  7. S. 133 z. 27 streiche ǵēŕ und füge hinzu: komp. ǵēŕə.

  8. S. 133 z. 30 lies ǵēŕə statt ǵēŕ.

  9. S. 134 z. 1 u. 2 sind zu streichen. Vgl. die bem. zu s. 56 z. 11.

  10. S. 134 z. 3 ist zu streichen. Lies dafür: ‚ǵirīm, „kürze“, giorraighim von giorra, Keat‘. Füge hinzu S. 133 z. 10–13. [Ich verdanke Pedersen den nachweis des futurums ǵirō und des praes. ǵirīn̄, wodurch ǵirīm gesichert wird.]

  11. S. 134 z. 10 lies š statt is und jlǡn̄ə statt jlȧn̥̄e.

  12. S. 134 z. 16: „ǵlēs nicht aus cless ‚kunststück‘; denn dieses wort hat kurzen vokal und kommt auf Aran in der form ḱlȧs in den mannigfachsten verwendungen vor. ǵlēs gehört zu W. gléim, s. 596, ableitung von glé ‚klar‘, glés ist bei W. 596 und bei Zmm. zeitschr. f. deutsch. altert. XXXII 253 fussn. 1 belegt.“ Pedersen.

  13. S. 135 zwischen ǵlōvr̥ und ǵørə ist einzuschieben: ǵluocə „hübsch“, gleoite, O’R. n̄ax ǵluocə ē šin? = n̄ax ȷȧs ē šin?

  14. a b c

    S. 135 z. 27. 30. 31 lies ǵŕiənvr̥ statt ǵŕiəvnr̥.

  15. S. 136 z. 7 versieh m. mit einem fragezeichen. Pedersen bemerkt zu diesem worte folgendes: „Ich habe ǵūrəńəxȳ (pl.) mit mouilliertem n und kann für die mouillierung unbedingt garantieren. Hinzuzufügen wäre der volksglaube, dass diese ǵūrəńəxȳ die brut der sturmvögel (mārcīńəxȳ) sind. (Martin.) Vgl. dazu Campbell, Popular tales of the West Highlands. Vgl. I p. 10. Vgl. ferner M’Curtin, barnacle ‚coidhean. sórd éin do thig as maide san bhfairge‘. Vgl. schliesslich M’Alp. giorruinn ‚a barnacle‘ (giorra-eun) ‚it being a bird of passage‘ und girlinn mit einer ähnlichen verrückten, aber lehrreichen etymologie.“

Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. a b c Sic; ǵȧl̄ə
  2. Sic; ǵȧl̄tə
  3. Sic; ǵȧl̄təməs
  4. Sic; ǵȧl̄ĭm
  5. Sic; ǵerəmōnəx
  6. Sic;
  7. Sic; ǵlǡn̄tə
  8. Sic; šē
  9. Sic; Inishmaan
  10. Sic; treȷ
  11. Sic; ǵŕȧmŭīm
  12. Sic; ǵŕǡn
  13. Sic; ǵŕīsəx