Die beiden Winterbilder aus dem Kriege

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Titel: Die beiden Winterbilder aus dem Kriege
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aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 87
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1871
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[81]
Die Gartenlaube (1871) b 081.jpg

Gefangenen-Transport nach der Einnahme von Mezières.
Nach der Natur gezeichnet von Chr. Sell.

[85]
Die Gartenlaube (1871) b 085.jpg

Ulanen-Weihnachten vor Paris. Nach der Skizze eines Officiers von F. Rr.

[87] Die beiden Winterbilder aus dem Kriege, welche wir heute unseren Lesern vorlegen, erhielten wir leider ohne jede weitere beschreibend Notiz von Seite der beiden Maler zugesandt, so daß wir, da die Fabrication eines romantischen Textes wenig mit unseren sonstigen Bestrebungen in Einklang stehen würde, gezwungen sind, uns nur auf Wiedergabe der von den Malern an Ort und Stelle gegebenen Bilderunterschriften und auf den Abdruck einiger allgemeiner Bemerkungen zu beschränken.

Die eine Illustration, von Christian Sell entworfen, zeigt uns einen französischen Gefangenentransport nach der Capitutation von Mezières, welche bekanntlich Anfang Januar den rechten Flügel der „Festungszone gegen Belgien“ in unsere Hände lieferte. Der Platz hatte nur zwei Tage lang das Bombardement ausgehalten; doch genügte dieses, die halbe Stadt der Zerstörung anheimzugeben. Der Kanonendonner war so furchtbar, daß die ganze Landbevölkerung der Umgegend von Schreck ergriffen wurde und mit Hab und Gut das Weite suchte. Daß die Franzosen auch Mezières, das seiner Lage wegen als ein Platz ersten Ranges anzusehen ist, für uneinnehmbar gehalten haben, bedarf kaum der Erwähnung; doch scheint eben den weit und sicher schießenden schweren Geschützen der preußischen Artillerie nichts widerstehen zu können.

Das zweite Bild führt uns auf die winterlich beschneiten Höhen vor Paris, zu den „nie fehlenden“ Ulanen. Das Bild spricht für sich; die dicke graue Nebelluft, die kahlen, vom Schnee angewehten Bäume, und in dieser öden, frosterfüllten Landschaft die wackeren Lanzenreiter, unbeweglich in den festzugezogenen Mantel gehüllt, den Kragen hinaufgeschlagen und nur mit wachsamem Auge hinüber in die Ferne spähend, wo heute die Forts und vorgeschobenen Verschanzungen der eingeschlossenen Armee kaum sichtbar sind – das ist ein Bild, wie man es in den letzten Wochen vor Paris oft genug erblicken konnte. Doch scheint endlich einmal auch hier das Ende nahe und der Tag nicht fern zu sein, wo unsere Ulanen – bekanntlich der Schrecken aller Franzosen – die Pariser Boulevards hinauftraben, der einziehenden Armee als die Ersten voran, mit flatternder Fahne und die gespannte Pistole in der Rechten.