Die unterirdische vorsündfluthliche Riesenstadt auf der Insel Martinique

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Textdaten
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Autor: Mgz. f. L.
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Titel: Die unterirdische vorsündfluthliche Riesenstadt auf der Insel Martinique
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 78
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Fälschlicherweise beschreibt Willis in seinem Werk (S. 158–169) die Mammoth Cave im US-Bundesstaat Kentucky.
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[78] Die unterirdische vorsintflutliche Riesenstadt auf der Insel Martinique, von welcher Dieser und Jener wohl etwas gehört haben mag, wird von dem Engländer N. P. Willis in seinem Reisewerke: „Ein Gesundheits-Ausflug nach den Tropen“ („A Health-Trip to the Tropics““) so geschildert: „Daß diese Riesenhöhle ein Denkmal der Civilisation vor der biblischen Sündfluth sein müsse – eine Stadt von wirklichen Riesen bewohnt, welche plötzlich ein Erdbeben verschlang und die gegen die Gewalt der Fluth von einem ungeheuern Gebirgsbache, das der Zufall über sie warf, bis heute beschützt blieb, dazu wird sich die kühnste Phantasie nicht leicht verstehen, aber es ist doch so. Alles hat bestimmte architektonische Formen innerhalb. Es ist nicht eine unförmliche unterirdische Höhle, roh und schmutzig, sondern eine Folge ungeheuerer Hallen, Dome, Gänge und Plätze, Bogen und Straßen – alle unterhalb, unter furchtbaren Felsenmassen, aber alle zeugend von dem Plane und den Proportionen einer vorsündfluthlichen Riesenstadt. Es ist keine Höhle, es ist eine Stadt in Ruinen, eine Stadt, von welcher Leben, Sonne, Mond und Sterne weggenommen wurden, deren jüngster Tag gekommen und längst vergangen, und über welcher eine neue Welt erstand und alt ward. Durch welche merkwürdige Gesetze diese riesige, geheimnißvolle Architektur, diese majestätischen Dächer und Decken seit Jahrtausenden gehalten worden, ist noch bisher jedes Reisenden Wunder und Räthsel geblieben. Kein neuerer Baumeister könnte solche ungeheuere Bogen ziehen und stützen. Und Alles harmonirt so mit einander! Es ist Stil, Aesthetik, eine bestimmte Schule darin. Diese Säulen und Bogen, diese Galerien und Chöre haben so genaue Proportionen und werden so geheimnißvoll getragen. Straße auf Straße, Meile auf Meile (englische) dehnt sich aus und scheint zuweilen mitten im Baue vom jüngsten Gericht überrascht worden zu sein. Hier und da ist es, als baute man noch auf Ruinen von Hausgeräthen, die in uralter Verwesung noch nicht alle ihre Gestalt verloren haben. Man kann das Ganze ein Riesen-Herculanum und Pompeji nennen, zuerst von überstürzenden Gebirgen begraben und dann erstickt von der hereinstürzenden Fluth. Welcher Stoff für die Dichter des neuen Westens. Ihr Parnaß ist bereits ein Haus, großartig und reich meublirt. Es fehlen nur noch die Dichter hinein.“