Ein ägyptisches Wunder

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Textdaten
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Autor: Dr. B. Hirsch
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Titel: Ein ägyptisches Wunder
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 154
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[154] Ein ägyptisches Wunder. „Mose hob den Stab auf und schlug in’s Wasser und alles Wasser im Strome ward in Blut verwandelt.“ 2. Buch Mose, Cap. 7, V. 20.

Nahe bei Kahla in Thüringen findet man auf dem Grunde eines Teiches zur Zeit einige quadratellengroße rothaussehende Stellen, während das sie umgebende, ein bis zwei Ellen tiefe Wasser völlig klar ist. Werden die auf dem Boden befindlichen Pflanzen (Sumpfschachtelhalm) mit einem Stocke in Bewegung gebracht, so steigen alsbald rothe Wolken im Wasser empor, die sich ausbreiten und der Wassermenge ringsum rasch eine rosenrothe Färbung verleihen. Ein Tropfen dieses röthlich gefärbten Wassers zeigt unter dem Mikroskop Tausende von länglich-runden blaßröthlichen Infusorien, die noch nicht ganz die Größe der Blutkörperchen haben und sich schwimmend fortbewegen.

Bleibt derartiges Wasser einige Zeit in einem Glase stehen, und haben sich die mikroskopischen Thierchen, wie es bald geschieht, an irgend einem Pflanzenreste oder Schlammtheilchen angesammelt, dann erscheinen sie unter dem Mikroskop in der Dichtigkeit der Blutkörperchen im Blut.

Dr. B. Hirsch.