Ein Wunderkind

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Ein Wunderkind
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 12, S. 200, 201, 208
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1876
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[200]
Die Gartenlaube (1876) b 200.jpg

Das Wunderkind. Nach seinem eigenen Gemälde auf Holz übertragen von Gabriel Hackl.

[208] Ein Wunderkind. (Zur Illustration Seite 200 und 201.) Gabriel Hackl, der Schöpfer des heute von uns mitgetheilten reizenden Bildes, ist ein geborener Oesterreicher, erhielt aber seine Ausbildung in dem Atelier des ausgezeichneten Malers Professor Piloty in München, dessen feine Auffassung und Compositionsgabe auf ihn übergegangen zu sein scheint. Dafür spricht unser „Wunderkind“. Man betrachte die äußerst gewandte Gruppirung des Bildes! Der kleine Virtuos hat die Ehre, sich vor den versammelten Vettern und Basen produciren zu dürfen, seine Kunst scheint aber in den Zuhörern sehr getheilte Empfindungen hervorzurufen. Während die Mutter nicht ohne Selbstgefühl mehr auf das Urtheil der Verwandten, als auf die von dem jugendlichen Geiger hervorgezauberten Töne zu lauschen scheint, giebt sich der Onkel, rechts vom kleinen Künstler, dem stillen Genusse der Klänge hin, die jüngere Generation am andern Ende des Tisches aber ist mit dem Lobe des talentvollen Musikers weniger karg und ermuntert ihn durch anerkennende Zurufe. Einen humorvollen Contrast hierzu bilden die gleichgültig dreinschauenden Kindergestalten.