Eine neue Schwindelei

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Eine neue Schwindelei
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 46, S. 749, 750
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[749] Eine neue Schwindelei. Aus Schaffhausen empfangen wir folgende Mittheilung: Seit dem Monat Mai dieses Jahres publicirte ein E. Firmin in verschiedenen deutschen Zeitungen, wie zum Beispiel im „Schwäbischen Mercur“, in der „Augsburger Abendzeitung“, im „Schwarzwälder Boten“, im „Ravensburger Anzeiger“, in den „Neuesten Nachrichten“ etc., daß er Jedem, der ihm einen Thaler baar oder in beliebigen Postmarken einsende, einen wöchentlichen Nebenverdienst von acht bis zwölf Gulden verschaffen werde. Diese Publication ging unter Anderm von Schaffhausen aus. Im Laufe des Monats Juli dieses Jahres wurde ein E. François, Rentier aus Toulouse, wegen Betrugs hierorts gerichtlich eingeklagt, und in Folge angestellter Recherchen stellte es sich heraus, daß dieser Rentier François mit jenem E. Firmin identisch ist. Firmin bewohnte Schaffhausen nie, sondern er hielt sich nur vorübergehend und zwar zehn Tage lang dort auf. Nach erfolgter gefänglicher Einziehung dieses „Rentier“ ergab es sich, daß die Untersuchungsbehörde es mit einem Edmond François Jean Jules Marie Fénié aus Montberton (Frankreich) [750] zu thun hatte, der, nach Bericht der Polizeipräfectur in Paris, von der Cour imperiale daselbst wegen Betrugs ein Mal zu zwei und ein anderes Mal zu drei Jahren verurtheilt worden war.

Jene Publication hat in Deutschland, namentlich in Baiern, Würtemberg und Baden, sehr viele geneigte Ohren gefunden, denn es konnte Fénié, genannt Firmin, aus den eingesandten Thalern nicht nur sich, sondern auch einen Compagnon auf flottem Fuße erhalten. Der Nebenverdienst besteht darin, daß dem Betrogenen mittelst eines ihm zugesandten Circulars angerathen wird, mit amerikanischen Stahlfedern, englischen Scheeren, Edinburger Brillen, Papier, überhaupt mit Artikeln Handel zu treiben, welche schnellen Absatz finden.

Fénié wird nicht nur wegen des in Schaffhausen begangenen Betruges, sondern auch wegen der vorbezeichneten Schwindeleien, welche er ebenfalls von Schaffhausen aus betrieben hat, nächstens vor Gericht gestellt werden. Seit der Verhaftung des Fénié, das heißt seit Anfang Septembers, sind der Untersuchungsbehörde durch verschiedene Postämter, an welche Jener Werthbriefe poste restante adressiren ließ, mehrere solche zugestellt worden und können dieselben bei jener erhoben werden. Allen übrigen Anfragen über die Natur des Nebenverdienstes möge diese Publication als Antwort dienen, und es erübrigt nur noch beizufügen, daß nach Aussagen des Fénié, der nebenbei bemerkt nur französisch spricht, ein gewisser Glückler in Kehl, den er schon seit längerer Zeit kennt, mit ihm gereist sei und die deutsche Correspondenz besorgt habe.