Erinnerungen an den großen Bildhauer Rietschel

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Autor: Friedrich Bernhard Störzner
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Titel: Erinnerungen an den großen Bildhauer Rietschel
Untertitel:
aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 221
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Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Digitalisat der SLUB Dresden bei Wikimedia Commons
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99. Erinnerungen an den großen Bildhauer Rietschel.

Weithin in den deutschen Landen und weit darüber hinaus ist die Stadt Pulsnitz durch den Namen „Ernst Rietschel“ bekannt. Jener große Bildhauer, nach dessen Entwurfe das berühmte Lutherdenkmal in Worms gefertigt worden ist, wurde in Pulsnitz geboren. Unfern der Stadtkirche steht noch das schlichte Geburtshaus Rietschels. Eine an der Außenwand dieses zweistöckigen Gebäudes angebrachte Marmortafel trägt folgende Inschrift:

„In diesem Hause wurde Ernst Rietschel am 19. Dezember 1804 geboren.“

Auf dem freundlichen Marktplatze steht vor dem altehrwürdigen Rathause das am 6. Juli 1890 eingeweihte Rietschel-Denkmal. Auf einem Unterbau aus Granit ruht die überlebensgroße Figur Ernst Rietschels aus Bronze. Die Kleidung ist schlicht und einfach, der Gesichtsausdruck wahr, ernst und mild. In der linken Hand hält der verewigte Meister Hammer und Meisel. Nur ein Schüler des großen Meisters konnte den Künstler Ernst Rietschel so lebenswahr darstellen. Das Denkmal trägt folgende Aufschriften:

„Ernst Rietschel“, auf der Rückseite des Denkmals:

„Errichtet aus dem Landes-Kunstfonds in Gemeinschaft mit der Stadt Pulsnitz 1890. (Gegossen von G. Albert Bierling-Dresden, gefertigt von Gustav Kietz“) Kietz war ein Schüler Rietschels.

Auf dem Friedhofe, zwischen dem Bahnhofe und der Stadt, befindet sich nur wenige Schritte vom Eingange das mit einem eisernen Geländer umgebene Grab von Rietschels Eltern. Eine einfache, aber kunstvoll gearbeitete Grabsteinplatte deckt den Hügel. Der Grabstein zeigt das in Stein gearbeitete Bildnis der Eltern Rietschels in Rundbildform. Dasselbe wurde von der kunstfertigen Hand des Meisters Rietschel selbst gefertigt und ist ein wahres Kunstwerk. Aus den Gesichtszügen des Vaters sprechen Ernst und Entschiedenheit, aus denen der Mutter Milde und Freundlichkeit. Die Grabesplatte zeigt folgende Inschrift:

„Hier ruhen Friedrich Ehregott Rietschel, Bürger und Küster allhier, geboren den 8. Februar 1768, gestorben den 21. Dezember 1828 und dessen Gattin Karoline Salome Rietschel, geb. Röllig, geb. den 6. Sept. 1770, gestorben den 11. Oktober 1834. Sie waren alle beide fromm vor Gott und gingen in allen Geboten des Herrn untadelig. Luc. 1, 6.“