Es werde Licht!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Albert Traeger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Es werde Licht!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[1]
Es werde Licht!
Neujahrsgruß von Albert Traeger.


Fern liegt noch die mit ew’gem Frieden
Gebenedeite Gnadenzeit,
Schroff sind die Lager noch geschieden,
Das neue Jahr bringt neuen Streit,

5
Schaut grüßend unser Banner wehen,

Das mancher Kranz schon stolz umflicht,
Und hört es durch die Reihen gehen,
Wie Eidschwur und Gebetesflehen:
               Es werde Licht!

10
Dem schwarzen Troß der Lügengeister

Sei Schonung länger nicht gewährt!
Es ward ihr Frevel immer dreister,
Von feiger Langmuth groß genährt.
Führt alle Fälscher vor die Schranken,

15
Die Wahrheit sitze zu Gericht!

Des Aberglaubens Tempel wanken –
Macht frei den stürmenden Gedanken,
               Es werde Licht!

Macht Alles frei, was Wehr und Waffen

20
Im großen Kampf der Menschheit trägt!

Es gilt ein streitbar Heer zu schaffen,
Die Stunde der Entscheidung schlägt;
Das Wort, das auf des Geistes Schwingen,
Schon längst im Vordertreffen ficht,

25
Soll endlich uns der Sieg gelingen,

Laßt es den Fesseln sich entringen:
               Es werde Licht!

Und wieder steht zu kühnem Wagen
Das Volk geschaart in heißem Drang,

30
Das alle Feinde noch geschlagen

Und nie des Kampfes Preis errang.
Des letzten, schönsten Sieges Krone
Entwinde der Verrath ihm nicht!
Erlöst aus dieser Knechtschaft Frohne,

35
Nimmt es die Freiheit sich zum Lohne –

               Es werde Licht!

In solchem Sinne aufgerichtet,
Das deutsche Reich auf Felsen steht,
Wenn es den finstern Spuk vernichtet,

40
Und frei voran den Freien geht.

Frei lass’ es den Gedanken walten,
Der sonnengleich die Nacht durchbricht –
Dann wird’s der Zukunft Schlüssel halten
Und neu die alte Welt gestalten.

45
               Es werde Licht!