Für Gartenfreunde/1.

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Textdaten
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Autor: Hermann Sigismund Neumann
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Titel: Für Gartenfreunde
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aus: Die Gartenlaube, Heft 15, S. 224-227
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1857
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Für Gartenfreunde.
Vom Hofgärtner H. Neumann.

Gewiß befinden sich unter den vielen Lesern der Gartenlaube auch so manche Freunde des Gartenvergnügens, von denen die Eifrigern größere Lust darin finden werden, Arbeiten, die ihnen möglich sind, in ihren Gärten und Gärtchen selbst zu thun, als durch Andere thun zu lassen. Beim Wiederbeginn des Frühjahrs bringen wir in Nachstehendem diesen eifrigern Freunden in möglichster Kürze einige Anleitungen dazu, die trotz der vielen sogenannten Gartenhandbücher, worin nur zu oft der Suchende das Gesuchte und bei sich Anwendbare nicht findet, und die mehr für angehende Gärtner selbst geschrieben sind, hoffentlich willkommen sein werden, und beschäftigen uns, veranlaßt durch die vielen jetzt beliebten Neubauten von Villen ähnlichen Häusern in den Vorstädten zuerst mit der Anlage kleinerer Gärten am Hause und deren Ausschmückung.

Die geschmackvolle Anlage dieser Hausgärten trägt viel zu der Schönheit solcher Besitzungen bei und die Besitzer sollten bedacht sein, darauf nicht weniger Sorgfalt, wie auf die Architektur der Gebäude, zu verwenden, zumal die Gärten in der Regel hart an der Straße und, nur von durchsichtigen Gittern eingefaßt, dem Auge des Publicums offen liegen und ein Jeder, der etwas der öffentlichen Anschauung Preis gibt, unleugbar die moralische Verpflichtung hat, daß das, was er zeigt, das Schönheitsgefühl nicht beeinträchtige.

Leider wird gegen dies Gesetz heut oft und schwer gesündigt und selbst bei größeren Werken und genügenden Mitteln sehen wir Bau- und Gartenkünstler, die vereint im Stande sind, eine Einöde zu einem Paradiese umzuschaffen, ein Elysium verunstalten. Auch bei der Anlage kleinerer Hausgärten verläßt sich der Besitzer nur gar zu oft auf den Geschmack und das Geschick seiner Hausmanns, der „Gartenarbeit versteht,“ oder vertraut lieber sein Geld und sein Grundstück der Kunstfertigkeit irgend eines irrenden Jüngers der Flora an, dessen Aesthetik darin besteht, die gerade Linie schnöde zu verachten, und der für jede seiner Verrichtungen, vorlauten Fragern gegenüber, die schlagende Begründung hat: „das muß so sein und Vater und Großvater hat es auch so gemacht,“ statt seinen eigenen gesunden Sinnen und dem Rathe anerkannter Fachmänner zu folgen.

Das Gesagte führt uns sogleich auf den Entwurf und die Zeichnung des Gartens. Hierbei einen Unterschied zwischen sogenanntem französischem und englischem Geschmack machen zu wollen, ist etwas Müßiges. Man kann eigentlich nur von gekünstelter und natürlicher Ordnung reden. Natürlich wird es aber sein, die Wegelinien, auf die es hauptsächlich ankommt, so zu führen, wie man absichtslos geht, um zum gesetzten Ziele zu gelangen. Dies geschieht bei langen Entfernungen, also in Parks und großen Gärten, wo man das Ziel entweder nicht vor Augen hat, Hindernisse umgehen muß, oder auf wellenförmigem Terrain sich bewegt, in geschwungenen Linien; auf kurzen Strecken ebenen Weges aber und dicht neben Gebäuden hin in geraden oder den Gebäuden parallelen Linien. Zum Beweise beobachte man die Fußsteige, die sich über eine Wiese hinziehen und dabei in sanften wellenförmigen Biegungen sich bewegen, nie aber in kleinlichen Krümmungen schlängeln, wie viele Gärtner das den Wegen in ihren Anlagen zumuthen; andererseits die Richtwege, die sich das Publicum auf öffentlichen Plätzen macht und die schnurgerade die künstlichen Linien der Rasenstücke durchschneiden, allen oft angebrachten Hindernissen zum Trotz. Hieraus ergibt sich von selbst, daß es natürlicher ist, in kleineren Hausgärten unnöthige Krümmungen der Wege zu vermeiden und diese daher, ohne in eine gekünstelte Steifheit zu verfallen, mehr in geraden und Kreislinien zu führen sind. Auch hüte man sich vor zu vielen Wegen, lege sie mehr an den Seiten an und zerstückele die Rasenflächen nicht mehr, als die Richtwege es erfordern.

Ein hier beigegebener Entwurf zu einem Hausgarten möge das Gesagte anschaulich machen und dem Gartenliebhaber als Muster dienen, um sich selbst nach den ihm gegebenen Motiven den Plan zu seinem Garten zu entwerfen.

Ist die Zeichnung festgestellt, so ist zuerst für die gehörige Abwässerung zu sorgen. Die Wege sind demnach höher zu legen wie der Rasen und die Gehölz- und Blumengruppen noch tiefer, wie dieser. Man sieht zwar in vielen, auch öffentlichen Anlagen das Alles gerade umgekehrt, wo die Rasenkanten eine Viertelelle höher wie die Wege liegen und die Blumen und Strauchgruppen im Rasen sich wie Maulwurfshügel erheben; dafür stellt sich aber dort die natürliche Folge ein, daß die Wege beim Regen weich und die Rasenkanten beim Sonnenschein gelb werden. Alsdann ist das Land für die Pflanzung und den Rasen vorzubereiten. Für die Gehölzgruppen rigele man den Boden 11/2 bis 1 Elle tief, daß Feuchtigkeit und Luft eindringen können, ohne welche keine Vegetation denkbar ist. Für einzelstehende hochstämmige Bäume, auch wenn sie jung gepflanzt werden, mache man die Pflanzenlöcher 3 bis 4 Ellen im Durchmesser, auch 11/2 bis 2 Ellen tief. Auch für den Rasen lockere man die Erte mindestens 1/2 Elle tief auf. Es ist irrig, anzunehmen, die Graswurzeln [225] seien nicht länger, als man sie bei abgestochenen Rasentafeln sieht; sie werden unter günstigen Umstanden bis zu einer Elle lang. Viele Leute sind überhaupt geneigt zu glauben, es sei ein ganz besonderes Geheimniß, einen sammetartigen Rasen, wie er in den besseren Parks bewundert wird, zu erzielen. Das ganze Kunststück besteht darin, denselben möglichst zu pflegen. Man gebe dem Rasen tief nahrhaften Boden, halte ihn stets ganz kurz, daß er nie Halme schoßt, bewässere ihn oft und reichlich und überwalze ihn, wenn es sich thun läßt, leicht nach jedesmaligem Mähen. Allerdings gehört auch ein geschicktes sauberes Abmähen mit der Sense dazu; mit der Sichel wird das Abschneiden nie so gut gelingen. Bei größeren Flächen thut man besser Gras anzusäen, als Rasen zu legen. Eine Mischung von zwei Theilen Solium perenne (englisch Raigras), ein Theil Agrestis stolonifera (Fioringras) und ein Theil Poa pratensis (Rispengras) gibt einen feinen ausdauernden Rasen. Im Schatten gedeiht Solium italicum und Poa nemoralis besser. Wünscht man den angenehmen Heugeruch nach dem Mähen zu haben, so menge man etwas Anthoxanthemum odoratum (Ruchgras) darunter. Vor dem Aussäen des Samens (auf jede Quadratruthe mindestens 1/2 bis 3/4 Pfund) muß das Erdreich vollständig gereinigt und geebnet sein. Dann wird der Samen mit dem Rechen (Harke) sorgsam eingehackt und mit Tretbrettern festgetreten oder gewalzt. An den Kanten streut man in feinen sauber gezogenen Furchen noch besonders eine Linie von Grassamen.

Die Vorrichtung beim Pflanzen der Bäume und Sträucher ist zu bekannt, um hier weiter auseinander gesetzt zu werden; nur achte man dabei darauf, daß die Gehölze nicht tiefer in die Erde kommen, als sie früher gestanden haben, und größere Bäume gedeihen besser, wenn sie auch wieder nach derselben Himmelsgegend zu stehen kommen. Die Rinde derselben schütze man im ersten Jahre gegen den Sonnenbrand und das Austrocknen durch Umwickeln mit Stroh oder Rohr; ebenso bedecke man die Wurzeln der im Herbst gepflanzten Bäume im ersten Winter zum Schutz gegen den Frost. Man verschneide die Sträucher beim Pflanzen lieber zu wenig, als zu viel, und den Bäumen nehme man niemals die Spitze zu tief heraus.

Im Arrangement der Gehölze vorzüglich zeigt sich der leitende Geschmack einer Gartenanlage; auch in kleinen Gärten ist es von großem Unterschied, ob die Gehölze plump und massig aneinander gepflanzt, oder ob sie locker und leicht, wie in natürlicher Freiheit aufgewachsen, gruppirt sind und ihre Contouren angenehme Mannigfaltigkeit in runden, spitzen und hängenden Formen zeigen. Man wechsle deshalb mit den Gattungen ab und pflanze nicht lauter Gehölze von einerlei Bauart zusammen.

Die Gartenlaube (1857) b 225.jpg

Wir kommen zu den Blumengruppen und rathen an, sie niemals hart an die Wegekanten zu legen. Vom Rasen umgeben nehmen sie sich schöner aus und gleichen dann einer anmuthigen Stickerei auf grünem Grunde. Man gebe den Gruppen eine gefällige einfache Gestalt, gleichweit entfernt von zu gekünstelter Schnörkelei und zu großer Rohheit. Als abschreckendes Beispiel letzterer Art dienen die Formen mancher öffentlichen und Privat-Gärten, wo die Blumengruppen, wulstartig im Rasen erhöht, täuschende Aehnlichkeit haben mit Semmeln, Nieren und Würsten oder bei besonderer Zierlichkeit zu halben Monden und Pfefferkuchenherzen sich versteigen. Wir geben den Lesern einige Detailmuster, die andeuten mögen, wie man entweder geometrisch construirte oder freie Zeichnungen von Blumengruppen bilden könne. Natürlich müssen diese Zeichnungen mit der Architektur der Gebäude harmoniren und bei einem in gothischem Styl erbauten Hause werden jene in demselben Styl gehalten werden müssen. Die Blumengruppen werden am besten mit Buxbaum eingefaßt, der fein und dicht anzulegen und alle Frühjahre zu schneiden ist.

Die Befestigung der Wege geschieht am besten durch einen Steinpack von geschlagenen Steinen, bei Fußwegen 3“, bei Fahrwegen 6“ stark, dem man, wenn er festgestampft oder gewalzt worden, einen Ueberzug von Kies, mit gleichviel Lehm gemischt, gibt, um die Fugen auszufüllen, und nachdem auch dieser festgestampft ist, überstreut man das Ganze zuletzt dünn mit feingesiebtem reinem Kies. Dem Wege gebe man zur Abwässerung eine geringe Wölbung, in dem Verhältniß, daß ein drei Ellen breiter Weg in der Mitte drei Zoll höher sei als die Rasenkanten. Die auf diese Weise angelegten Wege halten sich trocken und stauben nicht. Der theuer zu beschaffende dunkelrothe Kies ist nicht zu empfehlen; einmal verliert sich die dunkle Farbe sehr bald durch Oxydation an der Luft und dann ist sie beschmutzend für die Kleider der Damen.

Bei der Ausführung unseres Entwurfes haben wir, nachdem, wie eben angegeben, die Zeichnung ausgesteckt und die Gehölzgruppen rigolt sind, zuerst die Bepflanzung vorzunehmen. Der Platz zu beiden Seiten der Laube im Garten gestattet, einige hochstämmige Bäume zu pflanzen. Um jene zu beschatten, ziehen wir es vor, sogleich Stämme von einiger Größe (bis 6“ stark lassen sich solche auch ohne Ballen sicher verpflanzen) zu nehmen, obgleich uns dazu nur eine geringe Auswahl einheimischer Bäume bleibt, indem die fremden schwer in größeren Exemplaren zu haben sind. Am besten eignet sich für kleine Gärten die Linde, des leichten Anwachsens und des Blüthengeruchs wegen; dann der Spitzahorn (Acer platanoides), mit seinen frühen, hellgelben Blüthen ein freundlicher Ankündiger des Frühlings; die Roßkastanie ist weniger passend, da sie [226] mit ihrem dichten, regenhemmenden Laubwerke und flachlaufenden Wurzeln nur schwer Rasen oder Gesträuch unter sich aufkommen läßt. Auch die Ulme zehrt mit flachen Wurzeln sehr den Boden aus, sowie die Akazie, letztere ist jedoch wegen ihrer herrlichen Blüthe empfehlenswerth, verlangt aber einen sonnigen Standort, sonst wird ihr Wuchs unförmig; auch belaubt sie sich sehr spät und macht gern Ausläufer aus den Wurzeln, die weggenommen werden müssen. Eichen und Buchen gehören wegen ihres langsamen und Pappeln und Weiden wegen ihres unbändigen Wuchses in den Park. Wünscht man Obstbänme anzubringen, so ist nur der Wallnußbaum und der Apfel anzurathen, da die anderen wegen ihrer zu steifen Formen nicht zu den anderen Gehölzen passen. Auch Nadelhölzer stören in kleinen Gärten nur, wenn man nicht zugleich den ganzen Garten nur mit immergrünen Gewächsen bepflanzen und dadurch ihm den Charakter eines Wintergartens geben will. Wer es vorzieht, kleinere Exemplare Bäume anzupflanzen, hat in folgenden eine schöne Auswahl: die Platane, Platanus occidentalis; die Gleditschie, Christusdorn, Gleditschia triacantha; die Hickori oder amerikanische Nuß, Juglana alba, J. nigra; den Gitterbaum, Ailanthus glandulosa; die Pavia, Pavia flava und Pavia rubea; den Chicot, Gymnocladus canadensis; den Tulpenbaum, Liriodendron Tulipiferum.

Zur Belaubung der Laube selbst bleibt, wenn es die Lage gestattet, der Weinstock immer das schönste und angenehmste Gewächs, und zwar eignen sich wegen ihres schnellen Wachsthums dazu am besten der Frühe Leipziger und Alexandriner, in sehr warmer Lage auch die blaue Cibebe und der gelbe und grüne griechische Wein. Von den Arten des wilden Weins ziehen wir den Wolfswein, Vitis vulpina, mit besonders schöner, dichter Belaubung und duftenden Blüthen vor. Andere schöne Schlingpflanzen für Lauben sind: die verschiedenen Sorten der kletternden Rose, dann Aristolochia Sipho, Menispermum canadense, Periploca graeca, das Geisblatt, auch Jelängerjelieber und Nachtschatten genannt, Caprifolium Pericymenum, die Waldrebe, Clematis vitalba. Lauben, von den Zweigen herabhängender Bäume gebildet, sind wohl schön, doch gehört schon ein höheres Alter der Bäume dazu, um ihren Zweck zu erfüllen.

Wir kommen zu den Strauchpartien und wählen uns aus der großen Zahl der sich darbietenden Gehölze solche aus, die sich entweder durch elegante Form oder schöne Blüthen und deren Geruch für kleine Gärten empfehlen. Es sind dies: a) Gehölze, die eine größere Höhe erreichen: Cytisus Laburnum, Prunus Padus, Prunus serotina, Prunus domestica flore pleno; Pirus spectabilis, Pirus ovalis; Staphylea pinnata und trifoliata, Rhus cotinus, Mespilus monogyna und oxyacantha, Amygdalus communis, Cornus mascula. b) Gehölze von geringerer Höhe: die Arten des Flieders (Hollunders) Syringa, Philadelphus coronarius und floribundus, Ribes aureum, R. sanguineum, atropurpureum und speciosum, der frühtreibende R. alpinum, dann die schönen weißen Spiraen, Sp. hypericifolia, bella, chamaedrifolia, Douglasii, triloba, sorbifolia und die üppige opulifolia; Viburnum Opulus fl. pl.; V. Santana, Rubus odoratus, spectabilis und rosaefolius; die größeren Landrosensorten, als Rosa centifolia, pimpinellifolia, sulphurea und rubrifolia; Amygdalus nana, Calycanthus floridus, Kerria japonica, Deutzia scabra, Cydonia japonica, Symphoricarpos racemosa und vulgsris; die Heckenkirschen, Lonicera, in vielen Arten; der Liguster, Ligustrum vulgare. Unter diesen genannten Gehölzen vertragen einen gedrückten, schattigen Standort am besten: Prunus Padus und serotina, Mespilus Oxycantha, Cornus mascula, Philadelphus coronarius, Ribes alpinum, Rubus odoratus, Symphoricarpos vulgaris, Lonicera Xylosteum und Ligustrum vulgare. – Von den als kleinere bezeichneten Gehölzen erreichen zwar manche mit der Zeit auch eine ziemliche Höhe, doch da sie schon früher blühen, so kann man sie dadurch voll und niedrig erhalten, daß man von Zeit zu Zeit die ältesten und stärksten Triebe dicht über dem Boden wegschneidet und die Sträucher durch neue Schossen aus der Wurzel sich verjüngen läßt. Es ist demnach ein falsches Verfahren, diese jungen Schossen wegzuputzen und dadurch die älteren Stämme von unten auf kahl und häßlich zu machen. – Zu den auf unserm Entwurf mit a bezeichneten Gruppen wählen wir von feineren Gehölzen solche, die nicht über mannshoch werden, um darüber hinwegsehen zu können. Sie verlangen im Winter gegen den Frost gedeckt zu werden. Dahin gehören: Rhododendron ponticum, colombiense, hirsutum; Azalea pontica, viscosa, nudiflora; Mahonia aquifolia; Aucuba japonica; Clethra alnifolia; Deutzia corymbosa; Daphne aureola; Paeonia arborea; Prunus Laurocerasus, giftig; Spiraea Revesiana, ariaefolia, prunifolia, adiantoides; Weigelia rosea, splendens etc.

Was die Ausschmückung eines kleinen Gartens mit Blumen betrifft, so ist wohlgethan, ihn nicht damit zu überladen, und sich lieber auf wenige Blumengruppen einzuschränken, dafür diese aber so zu bestellen, daß sie so viel wie möglich den ganzen Sommer hindurch blühend unterhalten werden. Auf unserem Entwurf haben wir einige Gruppen auf den Rasenflächen vor dem Hause und auf der östlichen Seite am Nebengebäude eine einfache lange Rabatte zu bedenken. Die Gruppen b bestimmen wir zu einer Decoration mit Blattpflanzen, ein vorzüglicher Schmuck für Gärten. Wir pflanzen in die Mitte Pflanzen von hohen leichten Formen, wie Arundo Donax, ein hohes schlankes Rohr, wie Helianthus salicifolius unter Bedeckung im Freien ausdauernd; oder die einjährigen Ricinus communis und Obermanni; Riesenmais, Riesenhanf etc.; ferner einige Gewächshauspflanzen, die, im Frühjahre jung ausgepflanzt, im Laufe des Sommers zu schönen Exemplaren heranwachsen, als Uhdea grandis und pinnata, Abutilon striatum etc.; um diese hohen Formen dann niedrigere: Canna indica, discolor mit bräunlichen Blättern, glauca, Warszewiczii; Hedychium Gardnerianum; dann noch kleinere Blattpflanzen: Caladium Colocasia und Nymphaefolium mit mächtigen herzförmigen Blättern, die zweifarbige Begonia discolor, sämmtlich Knollengewächse, die nach Art der Georginen im Frühjahr ausgepflanzt, im Herbst herausgenommen und frostfrei durchwintert werden müssen. Die Gruppe c bepflanzen wir im Spätherbst mit niedrigen Staudengewächsen, die zeitig im Frühjahr zur Blüthe gelangen. Dahin gehören: Primula veris, Bellis perennis; Plox verna, repens, decussata; Omphaloides verna; Viola odorata; Gentiana acaulis; Anemone alba; Alyssum saxatile; Arabis leptocarpa etc., oder wir legen anstatt der Stauden auf einige Gruppen Blumenzwiebeln um dieselbe Zeit. Am besten passen dazu die gewöhnlichen Landtulpen; spätblühende Hyacinthen; Narcissen; Tazetten; Iris persica, sibirica, Xiphium und Xiphioidea etc., eingefaßt von der schönen blauen Scilla amoena, dem gelben Allium Moly und Anderen. Ist diese Frühjahrsflor verblüht, so werden die Stauden und Zwiebeln herausgenommen, erstere auf Reservebeete gepflanzt, letztere bis zum vollständigen Abwelken der Blätter eingeschlagen und dann bis zum Wiedergebrauch trocken aufbewahrt. Auf die leergewordenen Gruppen pflanzen wir, nachdem sie von Neuem kräftig gedüngt sind, entweder Sommergewächse, wie Levkoyen und dergleichen und wechseln, wenn auch diese abgeblüht haben, zum zweiten Mal mit Astern, Balsaminen und anderen Herbstblumen ab, oder wir pflanzen zur zweiten Flor solche Blumen, die bis zum Frost hin blühen, wie Verbenen, Cupheen, Calceolarien, Heliotrop u. s. w., deren Auswahl in allen Handelsgärten so groß und jedem Gartenfreunde bekannt ist, daß eine besondere Aufzählung hier überflüssig Raum wegnehmen würde. Die Rabatte d verwenden wir zur Anpflanzung von hochstämmigen Rosen oder Flieder (Syringa) und legen zum Sommer zur Abwechslung Georginen dazwischen an, während wir davor ein Sortiment Stauden und Sommergewächse auspflanzen, deren jeder Blumenliebhaber seine besondern Günstlinge hat, die aber wegen ihrer Größe etc. für die Gruppen im Rasen nicht paßten. Umgeben wir noch die auf dem Entwurf angegebene Fontaine mit einem Halbkreise immerblühender Rosen (Rosa semperflorens, Noisetteana, Thea, ranunculoides etc.), so haben wir unsern Hausgarten so bestellt, daß er für den ganzen Sommer dem Beschauer alle Reize darbietet, die ein kleiner Garten darzubieten vermag.

Schließlich haben wir nur noch einige Worte zu sagen, den auf dem Entwurf angegebenen Balcon betreffend, wie solche häufig in den Hausgarten zur Aussicht an der Straße angebracht werden. Wir finden nämlich daran häufig eine sogenannte grottenartige Decoration von Felssteinen, die anstatt einer Futtermauer für einen rampenartigen Weg zum Balcon hinauf dient. Sind nun auch künstliche Anlagen von Felspartien in Parks angebracht, wo ein bergiges Terrain sie natürlich erscheinen läßt, sehr wohl an ihrem Platze, so ist es doch unnatürlich und lächerlich, solche Felspartieen in kleinen Gärten auf ebenem Boden anzulegen, abgesehen davon, daß dergleichen Arrangements in der Regel, anstatt von bemoosten [227] und verwitterten Felsblöcken, von frischgebrochenen Steinen steif und unnatürlich aufgebaut werden. Ferner geben sie den kleinen Gärten, die im höchsten Maße sauber gehalten sein sollten, ein unordentliches Ansehen und sind für Würmer, Frösche und Kröten willkommene Nester. Man wird daher besser daran thun, eine kleine Futtermauer, die mit Epheu bezogen oder Strauchwerk verdeckt werden kann, für solche Rampen aufzuführen, wenn man einmal keine Treppen haben will, anstatt dem lieben Gott in’s Handwerk zu pfuschen und Felsen hinzusetzen, wo er sich eine schöne Sandebene geschaffen hat.