Gengenbach durch einen Kanarienvogel vom Brande gerettet

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Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Gengenbach durch einen Kanarienvogel vom Brande gerettet
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 488
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
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Gengenbach durch einen Kanarienvogel vom Brande gerettet.

Den 8. Januar 1789 in der Nacht, kam im Klosterkeller zu Gengenbach – auf welche Art, ist unbekannt – Feuer aus. Der Pförtner schlief ruhig, aber sein beflügelter Retter wachte. Ein Kanarienvogel, den er im Zimmer hängen hatte, machte, von dem aufsteigenden Rauche belästigt, ein so heftiges Geräusch in seinem Bauer, daß er dadurch den Pförtner weckte, der, als er das Zimmer voll Dampf sah, schnell Lärmen erhob und die Klostetleute zu Hülfe rief. Durch schleunige Gegenanstalten ward das Feuer, das bereits dem Ausbruche nahe war, gedämpft und so das Kloster glücklich erhalten, nur das arme vergessene Vögelchen fiel als Opfer – es war im Rauch erstickt. „Wie also einst,“ – so parallelisirt mein treuherziger Chronist ganz naiv – „die Stadt Rom durch der Gänse Geschnatter erhalten worden, so hat das Geräusch dieses Kanarienvogels das Kloster Gengenbach gerettet.“

Zum Andenken hat man das Thierchen ausgebälgt und auf ein kleines Gerüst gestellt, mit dieser Beischrift:

„SeXto IDVs IanVarII
JnCenDIa ClaVstrI
StrepItanDo aVertI.“

(Siehe „Badisches Magazin.“ Jahrg. 1811. Nr. 10.)