Gesetz über den Vertrag zwischen Deutschland und Estland über die Regelung der mit den Ereignissen des Weltkriegs zusammenhängenden Fragen

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Gesetzestext
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Titel: Gesetz über den am 27. Juni 1923 unterzeichneten Vertrag zwischen Deutschland und Estland über die Regelung der mit den Ereignissen des Weltkriegs zusammenhängenden Fragen.
Abkürzung:
Art: Vertragsratifizierung
Geltungsbereich:
Rechtsmaterie: Völkerrecht
Fundstelle:
Fassung vom: 12. Juli 1924
Ursprungsfassung:
Bekanntmachung: 29. Juli 1924, RGBl. II 1924, Nr. 27, 159f.; 1. Juli 1924, Riigi Teataja [Estnischer Staatsanzeiger] 1924, Nr. 83/84, Art. 60.
Inkrafttreten: 12. Juli 1924
Anmerkungen:
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Quelle: Scans auf Commons
Scan des Estnischen Staatsanzeigers auf Commons
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Gesetz über den am 27. Juni 1923 unterzeichneten Vertrag zwischen Deutschland und Estland über die Regelung der mit den Ereignissen des Weltkriegs zusammenhängenden Fragen. Vom 12. Juli 1924.


Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird.

Artikel 1.[Bearbeiten]

Dem am 27. Juni 1923 unterzeichneten Vertrage zwischen Deutschland und Estland über die Regelung der mit den Ereignissen des Weltkrieges zusammenhängenden Fragen wird zugestimmt.
Der Vertrag wird nachstehend veröffentlicht.

Artikel 2.[Bearbeiten]

Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
Berlin, 12. Juli 1924.
Der Reichspräsident
Ebert
Der Reichsminister des Auswärtigen
Dr. Stresemann


__________________



Vertrag
zwischen dem Deutschen Reiche und der Republik Estland.
Kokulepe Saksar iigi ja Eesti Vabariigi vahel.
Von dem Wunsch geleitet, die schwebenden Fragen, die sich zwischen Deutschland und Estland aus den Ereignissen des Weltkriegs, insbesondere der Anwesenheit deutscher Truppen auf dem Gebiete der Estnischen Republik ergeben haben, im Wege einer freundschaftlichen[160] Verständigung zu beseitigen, haben die beiden Regierungen beschlossen, in Verhandlungen einzutreten und zu diesem Zweck zu ihren Bevollmächtigten ernannt: Juhitud soovist sôbralise kokkuleppe teel kôrvalada lahendamata küsimusi, mis tekkinud Saksa ja Eesti vahel Ilmasôja tagajärjel, iseäranis Saksa sôjaväeosade viibimisest Eesti Vabariigi territooriumil, otsustsaid môlemad valitsused läbirääkimistesse astuda ja nimetasid selleks otstarbeks oma volinikkudeks:
die Deutsche Regierung
Saksa Valitsus
den Legationsrat im Auswärtigen Amte Herrn Dr. jur. Wilhelm Crull,
Saatkonna Nöuniku Välisametis herra Dr. jur. Wilhelm Crull’i,
die Estnische Regierung
Esti Valitsus
den Minister des Äußern, Herrn Alexander Hellat[1],
Välisministri herra Aleksander Hellat’i,
die nach Prüfung ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten nachstehendes vereinbart haben: kes pärast nende heas ja tarvilises vormis leitud volituste läbikatsumist järgmises kokku leppisid:

Artikel I[Bearbeiten]

Die beiden vertragschließenden Teile erklären, daß sie aus den Ereignissen des Weltkriegs, insbesondere der Anwesenheit deutscher Truppen auf dem Gebiete der Republik Estland in den Jahren 1917 und 1918 keinerlei Ansprüche gegeneinander erheben werden.

Artikkel 1[Bearbeiten]

Môlemad lepinguosalised pooled seletaved, et nemad Ilmasôja sündmuste tôttu, iseärnis Saksa sôjaväeosade viibimise tôttu Eesti territooriumil 1917 ja 1918 aastatel mingisuguseid nôudmisi teine teise vastu ei tôsta.

Artikel II[Bearbeiten]

Dieser Vertrag soll ratifiziert werden und tritt mit dem Tage des Austauschs der Ratifikationsurkunden in Kraft. Der Austausch der Ratifikationsurkunden soll baldmöglichst in Berlin erfolgen.

Artikkel 2[Bearbeiten]

See leping tuleb ratifitseerida ja astub jôusse ratifikatsiooni aktide vahetamise päevast. Ratifikatsiooni aktide vahetamine peab vôimilikult pea Berliinis sündima.
Ausgefertigt in doppelter Urschrift deutsch und estnisch.
Tallinn, den 27. Juni 1923.
Valmistatud kahekordses algtekstis saksa- ja eestikeeles, Tallinnas, juunikuu 27-dal päeval aastal ükstuhat üheksasada kakskümmendkolm.
Dr. W. Crull. Hellat. Dr. W. Crull. Hellat.


Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. siehe Wikipedia-Artikel Aleksander Hellat