Golgatha (Kämpchen)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Heinrich Kämpchen
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Golgatha
Untertitel:
aus: Was die Ruhr mir sang, S. 66-67
Herausgeber:
Auflage: k. A.
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1909
Verlag: Hansmann & Co.
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Bochum
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

[66] Golgatha *).[1]

Auf der Haide wüst und grau,
Ohne Dach und ohne Wand,
Liegt ein alter Zechenbau ¹),[2]
„Golgatha“ auch zubenannt. –

5
Golgatha, ein treffend Wort,

Das der Knappenmund geprägt –
Hat doch mancher Schädel dort
Sich gar früh zur Ruh’ gelegt. –
[67]
Aber nicht allein nur du,

10
Schädelstätte auf der Heid’,

Gabst dem Bergmann frühe Ruh
Und den Schlaf der Ewigkeit. –

Nein, es türmet sich ein Wall
Solcher Orte ringsum hier –

15
„Schädelstätten“ sind sie all’,

Uns’re Gruben im Revier. –

Schädelstätten schlimmster Not,
Ja, ich halt’ das Wort in Kraft,
Schädelstätten, wo der Tod

20
Täglich seine Opfer rafft. –


Und doch, Knappe, mußt du fort,
Denn das Elend treibt dich ja,
Nach dem fluchbelad’nen Ort,
Nach dem düstern Golgatha. –

25
Mußt tagtäglich für und für

Weiter fronen müd und matt,
Bis sich auch für dich die Tür
Auftut zu der Grabesstatt. –


  1. *) Schädelstätte.
  2. ¹) Alte Schachtruine von Zeche „General“, auf der Eppendorfer Haide, vom Volksmunde, besonderer Vorkommnisse wegen, Golgatha getauft.