Allgemeines Deutsches Kommersbuch:23

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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rings um=gat=tert hält! Steig, ed=les Roß, und bäume dich, dort
winkt der Ei=chen=kranz; streich aus, streich aus, und trage mich zum
lustgen Schwerter=tanz, zum lustgen Schwerter=tanz!

     2. Hoch in den Lüften, unbesiegt, geht frischer Reitersmut; was
unter ihm im Staube liegt, engt nicht das freie Blut; weit hinter ihm
liegt Sorg und Not und Weib und Kind und Herd; vor ihm nur
Freiheit oder Tod, und neben ihm sein Schwert.

     3. So geht’s zum lustgen Hochzeitsfest, der Brautkranz ist der
Preis; und wer das Liebchen warten läßt, den bannt der Freier Kreis.
Die Ehre ist der Hochzeitsgast, das Vaterland die Braut; wer sie recht
brünstiglich umfaßt, den hat der Tod getraut.

     4. Gar süß muß solch ein Schlummer sein in solcher Liebesnacht;
in kühler Erde schlaf ich ein, von meiner Braut bewacht. Und wenn
der Eiche grünes Holz die neuen Blätter schwellt, so weckt sie dich mit
freudgem Stolz zur ewgen Freiheitswelt.

     5. Drum, wie sie fällt und wie sie steigt, des Schicksals rasche
Bahn, wohin das Glück der Schlachten neigt: wir schauen’s ruhig an.
Für deutsche Freiheit wolln wir stehn! Sei’s nun in Grabes Schoß
sei’s oben auf den Siegeshöhn, wir preisen unser Los!

     6. Und wenn uns Gott den Sieg gewährt, was hilft euch euer
Spott? Ja! Gottes Arm führt unser Schwert, und unser Schild ist
Gott! — Schon stürmt es mächtig rings umher; drum, edler Hengst,
frisch auf! Und wenn die Welt voll Teufel wär, dein Weg geht
mitten drauf.

Th. Körner. 1813.


          47.     Deutsches Sturmlied.

     Singw.: Es braust ein Ruf ec.

     1. Gewitterschwüle ringsumher, die Brandung grollt vom Dänen=
Meer, im Westen wetterleutet’s rot, der Steppensturm von Osten
droht. Brich aus, du Sturm, mit Wettergraus, wir stehen treu zum
Zollernhaus. Uns schrecket nimmer Feindes Macht und Spott, wir
Deutschen fürchten nichts als unsern Gott.

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     2. Wir tasten nicht mit Frevlerhand nach andrer Völker Ehr und
Land, doch wenn uns frech ein Feind bedroht, Germanenzorn zum
Himmel loht. Brich aus, du Sturm, mit Wettergraus, wir stehen treu
zum Zollernhaus. Uns schrecket ec.

     3. Der Kaiser ruft sein treues Heer, greif zu den Waffen, Landes=
wehr, du Landsturm, fache rings im Land in Volkes Herz den Opfer=
brand. Brich los, du Sturm, mit Wettergraus, wir stehen treu zum
Zollernhaus. Uns schrecket ec.

     4. Auf Feindes Boden tobt die Schlacht, die Erde bebt, es blitzt
und kracht, hell klingt der deutschen Schwerter Klang, laut schallt der
Deutschen Schlachtgesang: Wir stehen fest im Schlachtengraus, wir
sterben gern fürs Zollernhaus. Uns schrecket ec.

     5. Herab vom hohen Himmelssitz schaun Kaiser Wilhelm, Kaiser
Fritz, ihr Bild in unsern Herzen lebt, ihr Geist um unsre Fahnen
schwebt. Sie führen uns durch Wettergraus zum Siege für das
Zollernhaus. Uns schrecket ec.

Liebermann von Sonnenberg.


          48.     Österreichisches Kaiserlied.

     Eigene Weise. Siehe Nr. 24.
J. Haydn. 1797.

     1. Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz!
Hoch als Herrscher, hoch als Weiser steht er in des Ruhmes Glanz.
Liebe windet Lorbeerreiser ihm zum ewig grünen Kranz. Gott erhalte
Franz den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz!
 
     2. Über blühende Gefilde reicht sein Scepter weit und breit.
Säulen seines Throns sind Milde, Biedersinn und Redlichkeit. Und
von seinem Wappenschilde strahlet die Gerechtigkeit. Gott erhalte ec.

     3. Sich mit Tugenden zu schmücken, achtet er der Sorgen wert.
Nicht um Völker zu erdrücken, flammt in seiner Hand das Schwert;
sie zu segnen, zu beglücken, ist der Preis, den er begehrt. Gott ec.

     4. Er zerbrach der Knechtschaft Bande, hob zur Freiheit uns
empor. Früh erleb er deutscher Lande, deutscher Völker höchsten Flor
und vernehme noch am Rande später Gruft der Enkel Chor: Gott
erhalte ec.

L. L. Haschka. 1797.


          49.     Heil Hohenzollern!     (IV. 65.)

     Kraftvoll, aber nicht schleppend. Otto Lob. 1896.

     1. Heil dem Geschlecht, das die Göt=ter er=ho=ben, dem sie die