Grosskatzen

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Textdaten
Autor: Otto Eduard Voigt
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Titel: Grosskatzen
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Erscheinungsdatum: 1921
Verlag: Verlag der Truhe
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Erscheinungsort: Meißen
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Quelle: Commons
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mit einem Geleitwort von Gotthard Winter
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Otto Eduard Voigt Grosskatzen Mappe.tif
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GELEITWORT ZU O. ED. VOIGT-MEISSEN
GROSSKATZEN
NEUN PINSELZEICHNUNGEN VOR DER NATUR
VERLAG DER TRUHE MEISSEN

Otto Eduard Voigt, 1870 in Dresden geboren, hat sich entwickelt wie die Maler der vergangenen großen Kunstzeiten. Er ist nicht aus einer Akademie, sondern aus dem Kunsthandwerk und zwar aus der keramischen Praxis hervorgegangen. In seiner Lehrzeit bei Villeroy & Boch und auf den späteren Wanderjahren hat er alle kunstgewerblichen Werkstoffe kennengelernt und bearbeitet, um sich dann in der preußischen Porzellanmanufaktur zu Berlin der naturalistischen Blumenmalerei zuzuwenden. Als solcher war er auch nach seinem Uebertritt in die Meißner Porzellanmanufaktur tätig, bis ihm, da 1900 auf der Pariser Weltausstellung die Unterglasurmalerei als das Ideal der Keramik triumphiert hatte, die Leitung der in Meißen neu geschaffenen Unterglasurabteilung übertragen wurde. Seine und seiner Mitarbeiter erste große Kunstwerke dieser Art fanden 1912 auf der Kunstausstellung in Dresden die allgemeine Anerkennung. Die zuständige Kritik wertete sie als ein zukunftsreiches Neumeißen, und der Direktor der Dresdner Porzellansammlung, Prof. Dr. Emil Zimmermann, sagte im besonderen von den unter Glasur bemalten Luxusporzellanen Voigts, sie seien Werke von einer dekorativen Wirkung, wie sie die moderne Porzellankunst überhaupt noch nicht hervorgebracht habe. Bahnbrechend ist auch Otto Eduard Voigts Blaukunst geworden, die eine neuartige Bemalung der Gefäße in Angriff genommen hat und die ihre vollkommenste Verwirklichung in einer wundervollen Vase mit Fischen auf Meeresgrund findet, die ganz deutsch und modern empfunden, doch den klassischen ostasiatischen Vorbildern ebenbürtig ist. Zur Beobachtung des Tieres ist Otto Eduard Voigt durch die Aufgabe gelangt, die Meißner Tierplastik zu bemalen und er hat sich selbst über seine Tiermalerei mit folgenden Worten ausgesprochen:

„Das Tier? / Erst habe ich keine rechte Freude daran gehabt, doch erwachte mit der Zeit beim Beobachten die Lust zum Tierzeichnen. Sieht ein Tier derselben Gattung wie das andere aus? Nein! Gerade wie beim Menschen hat jedes seine Figur, sein Gesicht, Temperament und Charakter. Ich habe in den Zoos von Berlin, Dresden, Leipzig, Hamburg, Antwerpen, Kopenhagen einzelne Großkatzen beobachtet, die entgegen ihrer Raubtiernatur, zum Wärter schmeichelnd wie die Hauskatzen waren, jedenfalls Charakterveranlagung. Ich benötige nie den Photoapparat. Von mißlungenen Studien habe ich mehr als von guten Aufnahmen, da Studieren Beobachten heißt. Die Bewegungen der Tiere müssen ins Gehirn übergehen. Als höchstes schwebt mir der Japaner vor in seiner Auffassung, mit wenigen Strichen viel sagen! Mit dem Pinsel vor der Natur das Objekt aufs Papier werfen – glückt es nicht, dann wiederholen. Scharf beobachten und das Charakteristische festhalten, ist meine Aufgabe. Auch sollen meine Zeichnungen nicht mit dem Auge des Nuranatomen betrachtet werden. Der momentane, rein malerische Gefühlsausdruck ist das, was ich geben will.“

Jedes einzelne Blatt, jedes einzelne Tier offenbart die liebevolle eingehende Beobachtung und das bis in die Tierseele dringende Verständnis. Das Auge des Malers ist ebenso scharf wie seine Hand unfehlbar. Jedes der hier gegebenen Tiere verkörpert ein Erlebnis, und man könnte diese Tierbildnisse mit einer passenden Unterschrift versehen. Alle die hier geschilderten Katzen sind Persönlichkeiten, deren Eigenart und Stimmung wir miterleben. Der Künstler hält sich in seiner Technik an das weise Wort: „Richtig zeichnen heißt weglassen.“ Nur die ausdrucksvolle beredte Hauptlinie fixiert er und das Spiel der Muskeln, das sich in der Haut verrät, hält er fest, den Gesamteindruck gibt er wieder, sodaß wir diese Individuen mit seinen Augen lebendig und charakteristisch vor uns sehen und miterleben.

Prof. Dr. Gotthard Winter.     

Von zweihundert Exemplaren trägt dieses die Nummer 64.

O. Ed. Voigt-Meissen
1921
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