Im Palmengarten eines Depossedirten

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Titel: Im Palmengarten eines Depossedirten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 1, S. 15, 16
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1872
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Im Palmengarten eines Depossedirten.


Wer früher den Rhein besuchte, unterließ nicht, am allerwenigsten zur Zeit des anbrechenden Frühjahrs, „wo alle Knospen springen“, an dem sich in breiter Fronte an dem Strom hindehnenden, mit geräumiger Vorterrasse versehenen Schlosse zu Biebrich, dem Sommeraufenthalte des Herzogs von Nassau, anzuhalten und die großartigen Parkanlagen und Wintergärten zu besuchen. Die ersteren bilden noch heute in ihrer weiten Ausdehnung, schattigen Laubgängen, breiten Rasenflächen, versteckten Teichen und bunten Blumenbeeten, und weil fern dem Wogen und Treiben einer größeren Stadt, einen der ruhigsten, man darf fast sagen, der weihevollsten Aufenthaltsorte.

War dies allein schon geeignet, den Fremden heranzuziehen und für einige Stunden in dem sonst schmucklosen Biebrich zu fesseln, so zog die zweite obengenannte Oertlichkeit, die sich mitten in diesem Parke befand, die Besucher aus Nah und Fern in weit größerem Maße an. Zur Zeit um Ostern waren die herzoglichen Wintergärten ein wirklicher Wallfahrtsort für Alle, die Gelegenheit zu deren Besuche fanden. Die Bewohner der Nachbarstädte Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt etc. strömten in den von Blumenduft und Farbenglanz erfüllten Glashäusern zusammen und ergötzten sich an der Pracht der zwischen dem dunklen saftigen Grün herausleuchtenden Camellienblüthen, beschauten die minder prächtigen, aber blüthenreichen Rhododendren, oder athmeten den würzigen Duft der Hyacinthen ein, die neben Amaryllis, Croken, Narcissen und andern Blumen die Beete mit ihrer reichen Abwechselung schmückten.

Wer dann sich müde gesehen an dieser farbigen Blumenwelt, dem war, wenn man so sagen darf, ein weniger sinnberauschendes Vergnügen geboten, wenn er sich dem hochaufragenden Palmenhause zuwandte, das mit seiner grünlichen Glasbedeckung, den vielgestalteten und vielgearteten exotischen Gewächsen, einen ebenso harmonischen als fremdartigen Eindruck machte. Hier, wo die Sprößlinge ferner Länder und verschiedener Klimate friedlich unter einem beschützenden Dache wohnten und gediehen, wo Palmen und Latanien, Dracänen und Maranten, Philodendron und Chamärops und hohe wie niedrige Farren Zeugniß ablegten von der üppigen Vielgestaltigkeit der tropischen Flora, hier befand sich auch das trauliche Plätzchen, das der Herzogin von Nassau als Lieblingsstätte diente, wenn sie in stiller Zurückgezogenheit und Beschaulichkeit vielleicht Träume vor ihrer Seele vorüberziehen ließ, deren sich wohl auch die nicht erwehren können, die auf der höchsten Staffel des irdischen Lebens stehen. Ob die hohe Frau je daran gedacht, daß „unter Palmen Niemand ungestraft wandelt“?

Auch das herzogliche Haus entging nicht den Geschicken, die das Jahr 1866 über Reiche und Städte hereinbrechen ließ. Die verhängnißvolle Bundestagssitzung vom 14. Juni jenes Jahres führte zu dem bekannten Bruderkrieg zwischen Preußen und Oesterreich und ihren beiderseitigen Verbündeten, aus dem Ersteres nach kurzem Feldzug siegreich hervorging. Der Herzog zog sich, nachdem er einen Vertrag mit der Krone Preußen Ende September 1867 abgeschlossen, in’s Privatleben zurück und nahm mit seiner Familie ständigen Wohnsitz in Frankfurt am Main.

Es ist kein bloßer Zufall, daß bald nach dem Einzug der herzoglichen Familie in die alte Reichsstadt auch die Schöpfung des Herzogs und die Freude seiner sinnigen Gemahlin der Bürgerschaft dieser Stadt zum bleibenden Genuß und gewissermaßen zum Stolz gereichen sollte. Großmüthig verzichtete der Herzog auf weit höhere Gebote als die, wie sie Frankfurt für den Erwerb der Wintergärten zu machen im Stande war. Für einen im Verhältniß äußerst mäßigen Preis wurde von der auf Actien gegründeten Gesellschaft das wohl aus dreißigtausend Exemplaren bestehende Pflanzen-Inventar erworben und in dem prachtvollen Glastempel und den übrigen Kalt- und Warmhäusern aufgestellt. Bereits am 9. April 1870 konnte das Pflanzenhaus feierlich eröffnet werden und im vergangenen Sommer wurden auch die übrigen Localitäten dem geselligen Verkehr übergeben.

Das Bürgerthum geizt nicht nach den Ehren und dem Glanze der Großen dieser Erde. Bescheidneren Sinnes findet es Befriedigung in einem behaglichen, den quälenden Sorgen fremden Leben. Die sorgliche Pflege des Familienlebens, die bestmöglichste Erziehung der Kinder sind die ersten und vornehmsten seiner Bestrebungen, und schreitet es daneben zum Genuß, so ist es, wenigstens so weit wir es in Frankfurt kennen lernten und es ihm mit Rühmen nachsagen können – das Verlangen nach einem beglückenden, dem Gemüthe entsprechenden „Zu Hause“.

Wenn man sich den Straßen und Gassen des alten Frankfurt, seinem geschäftigen Leben und Treiben entwunden hat, tritt man in einen weiten Gürtel mehr oder weniger prächtiger Landhäuser ein, die sich eng an die die innere Stadt umschließende „Promenade“ – eine reizende Schöpfung – anschmiegen. Strahlenförmig gehen von hier theils dazwischen entstandene andere Straßen, durch zahllose Querstraßen verbunden, ab, mit ihren Häusern und Villen eine Gürtelstadt bildend, wie sie wenige Städte aufzuweisen haben. In dieser ganzen Außenstadt dürfte sich nicht ein Haus finden, welches nicht einen größeren oder kleineren Garten aufzuweisen hätte. Dort unter Bäumen und Lauben, zwischen Blumen und Büschen sucht und findet der Frankfurter, wenn er irgend die Mittel dazu hat, nach den Geschäften des Tages seine Erholung. Jede Verschönerung dieser Außenstadt, die Anlage eines Square’s u. s. w. begrüßt deshalb der Frankfurter mit Freuden. So war es s. Z. mit dem Zoologischen Garten, der, abgesehen von dem bald gewohnten Anblick der verschiedensten Thierarten aller Zonen und Länder, durch seine schönen Anlagen einen beliebten Aufenthaltsort bildete.

Als daher nach der Depossedirung des Herzogs von Nassau nur die Möglichkeit des Erwerbs der Wintergärten laut wurde, war letzterer bei dem Local-Patriotismus, den der Frankfurter im höchsten Grade besitzt, bereits eine abgemachte Sache. Die nöthige Summe war alsbald gezeichnet, die Pläne wurden entworfen, der Platz bestimmt, und als das beauftragte Comité den Kauf abgeschlossen hatte, bewegten sich auch schon Hunderte geschäftiger Hände, das Project zur raschen Realisirung zu bringen.

An einer der schönsten von Frankfurt abführenden Straßen, der mit einer Kastanien- und Lindenallee bepflanzten Bockenheimer Landstraße, etwa zehn Minuten von der Stadt und den Westbahnhöfen gelegen, dehnt sich das über zwanzig Feldmorgen große Terrain der Palmengärten aus. Wir betreten zuerst den die Gebäulichkeiten umgebenden Garten. – Wir sprechen hier nach sommerlichen Erinnerungen.

Wenn wir das Controlhäuschen mit seinen stets zuvorkommend artigen Insassen passirt haben, schauen wir über eine breite, von Kieswegen durchschnittene Rasenfläche, eingerahmt durch reizende Beete in sogenannter Teppichgärtnerei, die nach den Gebäulichkeiten zu von zwei hintereinander aufsteigenden Terrassen abgeschlossen wird.

Nach links und nach rechts biegen sich an den Gebäudelangseiten hin weite Gartenanlagen nach dem freien Felde zu, mit Aussicht auf die lieblichen Linien des Taunusgebirges ab. Rasenflächen, Baumgruppen, Blumenbeete, Teiche, bepflanzte Hügel wechseln hier in wohlthuender anmuthiger Anordnung, Alles frisch und gesund, wie es nur eine sorgfältige Cultur zu schaffen im Stande ist. Was die Gebäulichkeiten selbst betrifft, so sehen wir vom Eingang des Gartens auf das breitfrontige Restaurationsgebäude mit seinen gedeckten Säulenhallen, aus einem Souterrain und zwei hohen Stockwerken bestehend. Die Säulenhalle in der Fronte steht durch Thüren mit dem großen Saale, welcher fast die ganze Länge und Tiefe des Gebäudes in Anspruch nimmt, in Verbindung. Von der Seite aus, zur Rechten, führt ein großes Portal und ein mächtiger Vorplatz zu diesem Saale, dessen Raum durch eine hohe vierfache Säulenreihe, die als Trägerin der ausgedehnten Gallerieen dient und nach der Nordseite hin das Orchester umschließt, abgegrenzt wird, circa fünfhundert Personen faßt und neben welchem sich noch eine Reihe abgeschlossener eleganter Zimmer befindet.

Treten wir jetzt aus diesen Räumlichkeiten, die uns die schöneren Seiten des Materialismus erkennen ließen, in eine Sphäre ein, wo erst eine Ueberraschung durch den feeenhaften Anblick, dann eine gewisse behagliche Gemüthsstimmung uns überkommt. Mit dem Rücken gegen die Spiegelscheiben des Saals gekehrt, überblicken wir von einer Terrasse aus das zu uns verpflanzte [16] Bild einer fernen Welt. Da schmiegt sich wenige Stufen tiefer als unser Standpunkt das saftige Bärlappmoos in langer grüner Fläche am Boden hin, einen ewigen frischen Rasen bildend. Aus ihm heraus, theils dem Boden, theils riesigen Kübeln entwachsend, streben die Palmengruppen, die Dattel- und Schirmpalmen, die Drachenbäume, die Dracänen, die Araucarien und Riesen-Farren in schönster Abwechslung empor, während niedere Farrn, Sagopalmen, Schilfe und andere strauchartige oder am Boden hinkriechende Pflanzen dem Auge etwaige sonst durch Baumstämme und gewaltige Wurzelknollen weniger angenehm berührende Anblicke verdecken.

Kurz, es ist ein ewiges Grünen, Zweig um Zweig, Halm um Halm, tellerartige Blätter mit gerissenen und durchlöcherten Flächen, mit farbengestreiften Wedeln abwechselnd. Und mitten durch hebt sich das Auge wieder empor zu der gegenüberliegenden Wand. Dort, wo ein kleines Wasserbassin den Rasen abschließt, steigen in künstlicher, aber doch der Natur gut nachgeahmter Anordnung Felsengesteine grottenartig empor, bewachsen von Moosen und Schilfen und wiederum gekrönt von lauschigen dunklen Baum- und Strauchgruppen. Und um für uns das Bild der tropischen Natur zu vervollständigen, rauschen aus den Gesteinen die Sprudel einer mächtigen Quelle heraus, welche, einen vielfach auf dem Gestein aufschlagenden Wasserfall bildend, sich endlich in dem vorgedachten Bassin schaumsprühend verlieren. Dazu der laute Schlag, der rings aus Buschwerk und versteckten Vogelhecken tönt und mit dem Plätschern der Wasser zu wetteifern scheint – so haben wir ein wahrhaft sinnberückendes Gemälde, oder besser gesagt, künstliches Naturgebilde vor uns, dem zu entfliehen uns um so schwerer wird, je länger wir darin schwelgen.

Ein gedämpftes, dem Auge höchst wohlthuendes Licht, welches das vierundfünfzig Fuß hohe, in einem Bogen von hundertzwölf Fuß gespannte Glasdach hereinläßt, vermehrt diesen magischen Eindruck. Neben der Haupthalle ziehen sich auf drei Seiten zweiundzwanzig Fuß hohe Nebenhallen hin, die durch verschiebbare Glaswände wieder Durchblicke auf die Haupthalle gewähren.

Diese Nebenhallen bilden das Bereich der Blumen. Hier entzückt der fast überladene Blüthenreichthum der Azaleen mit ihren mannigfachen Zeichnungen und ihrer Farbenreinheit das Auge, da betäubt uns der Duft der Hyacinthen fast bis zur Trunkenheit, aus Holz- und Rindenkästchen senken sich die Passifloren und andere rankende Gewächse mit vanilleartigem Geruch hernieder, die Rosen leuchten uns mit ihren vollen Wangen oder den kaum geöffneten, einem zierlichen Mädchenmunde vergleichbaren Knospen entgegen, und hier, hier wölben sich die Camellien eng über unser Haupt zusammen. Keuscher hat die Natur wohl keiner Blüthe die Farbe aufgehaucht. Sei es, daß ein blendendes Weiß sie kleidet, daß ein rosiger Schimmer, wie die Morgensonne auf den Gletschern, über sie hinspielt, oder daß ein brennendes Roth sie durchglüht, rein, unendlich rein ist ihr Colorit, und wo eine mehrfache Färbung ein Blüthenblatt durchzieht oder säumt, da steht Farbe neben Farbe abgegrenzt, als dürfe keine Berührung den zarten Hauch beeinträchtigen. Und diese schöne Blüthenpracht blickt aus den fleischigen dunklen Blättern, die mehr den Farben als Folie zu dienen scheinen, um ihre Intensivität zu heben, denn als schützendes Schattendach. Es ist ein köstlicher, reizender Anblick.

Gerade diese Camellienallee bildete einst den höchsten Glanz der Gärten von Biebrich, den Stolz der herzoglichen Familie. Hier, wo wir unter den in vergangenen Tagen von ihr gehegten Blumen wandeln, wollen wir auch ihrer noch kurz zu gedenken suchen. Menschen, auch die unter der Krone geborenen, haben wie die Blumen ihre Schicksale. Der Sturm, der die Halme niederbeugt, bis er in den Stoppeln keinen Widerstand mehr findet, geht auch über Kronen und Throne dahin, beugt und bricht, bis auf dem verödeten Boden neue Saaten sprossen.

Der Sturm des Jahres 1866 hat den Thron des nassauischen Hauses gestürzt, wie es mit anderen Herrschergeschlechtern gleichzeitig auch geschehen ist. Wohl mildert, wohl macht die Zeit so manches Leid vergessen. Die aber einst das Scepter geführt, auf deren Wink sich ganze Heere bewegt, tragen den Stachel, den verlorene Vorrechte in ihnen zurückgelassen, ihr ganzes Leben in sich und vererben ihn auf ihre nachkommenden Geschlechter, nie oder nur höchst selten die Hoffnung einer endlichen Restauration verlierend. Wenn die anderen Depossedirten jenes genannten Jahres aber auch äußerlich kein Hehl daraus machten, daß sie das über sie gekommene Unglück nicht verschmerzen konnten, ja daß sie mit Sehnsucht die Behandlung, die ihnen geschehen, gerächt sähen, so vergruben der Herzog von Nassau und seine Gemahlin, der allerdings im Jahre 1866 in ihrem Schloßgarten von Biebrich von Officieren unglimpflich begegnet wurde, ihren Groll in ihr Tiefinnerstes. Kein Beispiel ist bekannt geworden, daß je ein Glied dieser entthronten Familie öffentlich oder im Geheimen gegen ihr Schicksal, nachdem es einmal über sie hereingebrochen, conspirirt hätte. Was über sie verhängt wurde, sie trugen es mit Würde, wodurch erst das Unglück seine Weihe erhält. Nachdem der Herzog, allerdings unfreiwillig, einmal dem Throne seiner Väter entsagt hatte, bescheidete er sich, als Haupt der Familie seine Gemahlin und seine Kinder im kleinen, aber sicher glücklicheren Kreise um sich zu sehen. Einfach wie ein reicher Privatmann ist sein Haushalt gestaltet, gewürzt durch die ungemeine Zärtlichkeit, mit der die Kinder an den Eltern hängen.

Die herzogliche Familie, welche jedoch nur im Winter dauernden Aufenthalt in Frankfurt nimmt, bewohnt das Rothschild’sche Haus in der „Neuen Mainzer Straße“, in welcher zu des seligen Bundestags Zeiten die Herren Gesandten vorzugsweise gerne „residirten“. Vom April 1864 bis zum Untergange Frankfurts als freie Reichsstadt, 1866, wohnte Herr v. Savigny, der letzte preußische Bundestagsgesandte, im jetzigen Palais des Herzogs von Nassau. Der Herzog erscheint im gewöhnlichen Leben sehr einfach und unterscheidet sich in seiner Person und Kleidung in Nichts von anderen wohlstehenden bürgerlichen Persönlichkeiten. Seine Statur ist klein und wenig imponirend. Sein kurzes Gesicht macht ihm das Tragen einer Brille nöthig, ohne die man ihn nie sieht. Wenn er durch seine frühere sehr häufige Anwesenheit in Frankfurt, namentlich in dessen Kaufläden nicht bekannt wäre, so würde man kaum seine gesellschaftliche Stellung in der einfachen, anspruchslosen Erscheinung errathen. Die Herzogin, welche jetzt allerdings sowohl die Zeit, als den Eindruck der für sie nicht zu verwischenden trüben Erinnerungen aus ihrem Antlitz nicht verleugnen kann, war früher von außerordentlicher Schönheit, eine wahrhaft typische Erscheinung; trotz dem Obengesagten ist indeß auch heute noch ihre frühere Schönheit nicht zu verkennen.

Der Erbprinz ist ein schlanker junger Mann, fast einen halben Kopf größer als der Herzog. Auch er ist, die etwas aristokratische Haltung abgerechnet, in Frankfurt immer sehr einfach und anspruchslos aufgetreten. Die österreichische Uniform mag ihn sehr wohl kleiden. Die übrigen Kinder sind noch zu jung, um von ihnen mehr sagen zu können, als daß ihre Erscheinung eine im Ganzen angenehme ist.

Gegen seine Angestellten und seine Dienerschaft ist der Herzog sehr mild, freundlich und freigebig. Besonders opferwillig ist er gegen die Leute, welche früher in seinen Diensten gestanden haben; sie wurden theils sehr gut gestellt, theils erhielten sie sehr ansehnliche Pensionen. Allgemein bekannt und vielfach in der Presse hervorgehoben ist seine Opferwilligkeit beim letzten Kriege. Nach dem „Rheinischen Courier“ hat der Herzog für die Soldaten und die Hinterbliebenen weit über 40,000 Thaler gezahlt.

Der Leser der demokratischen Gartenlaube möge uns nicht verübeln, wenn wir angesichts dieses Pflanzen- und Blumengartens auf denjenigen abschweiften, der einst die Schöpfung in’s Leben gerufen. Die Beziehung lag aber nahe, und wie das Anschauen der Blumenwelt und das Leben in ihr gar oft die Wunde des Gemüths zu heilen im Stande ist, so heilte ja auch der Herzog, und zwar selbst im Innern verwundet, die Wunden so mancher, die ihm jetzt Erholung und Erhaltung danken und im Innern denken:

Wohlthaten, still und rein gegeben,
Sind Blumen, die im Grabe leben.