Irre im Garten

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Textdaten
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Autor: Rainer Maria Rilke
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Titel: Irre im Garten
Untertitel: Dijon
aus: Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 40
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1918
Verlag: Insel-Verlag
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Österreichische Nationalbibliothek
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IRRE IM GARTEN

DIJON

Noch schließt die aufgegebene Karthause
sich um den Hof, als würde etwas heil.
Auch die sie jetzt bewohnen, haben Pause
und nehmen nicht am Leben draußen teil.

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Was irgend kommen konnte, das verlief.

Nun gehn sie gerne mit bekannten Wegen
und trennen sich und kommen sich entgegen,
als ob sie kreisten, willig, primitiv.

Zwar manche pflegen dort die Frühlingsbeete,

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demütig, dürftig, hingekniet;

aber sie haben, wenn es keiner sieht,
eine verheimlichte, verdrehte

Gebärde für das zarte frühe Gras,
ein prüfendes, verschüchtertes Liebkosen:

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denn das ist freundlich, und das Rot der Rosen

wird vielleicht drohend sein und Übermaß

und wird vielleicht schon wieder übersteigen,
was ihre Seele wiederkennt und weiß.
Dies aber läßt sich noch verschweigen:

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Wie gut das Gras ist und wie leis.