aus Wikisource, der freien Quellensammlung
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| Autor: |
Rainer Maria Rilke
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| Illustrator: |
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| Titel: |
Jeremia
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| Untertitel: |
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| aus: |
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 16
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| Herausgeber: |
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| Auflage: |
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| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1918
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| Verlag: |
Insel-Verlag
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| Drucker: |
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| Erscheinungsort: |
Leipzig
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| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Österreichische Nationalbibliothek
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| Kurzbeschreibung: |
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| Eintrag in der GND: {{{GND}}}
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| Bearbeitungsstand
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| fertig
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JEREMIA
Einmal war ich weich wie früher Weizen,
doch, du Rasender, du hast vermocht,
mir das hingehaltne Herz zu reizen,
daß es jetzt wie eines Löwen kocht.
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Welchen Mund hast du mir zugemutet,
damals, da ich fast ein Knabe war:
eine Wunde wurde er: nun blutet
aus ihm Unglücksjahr um Unglücksjahr.
Täglich tönte ich von neuen Nöten,
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die du, Unersättlicher, ersannst,
und sie konnten mir den Mund nicht töten;
sieh du zu, wie du ihn stillen kannst,
wenn, die wir zerstoßen und zerstören,
erst verloren sind und fernverlaufen
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und vergangen sind in der Gefahr:
denn dann will ich in den Trümmerhaufen
endlich meine Stimme wiederhören,
die von Anfang an ein Heulen war.