Kalewala, das National-Epos der Finnen/Neununddreißigste Rune

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
<<< Neununddreißigste Rune >>>
{{{UNTERTITEL}}}
aus: Kalewala, das National-Epos der Finnen
Seite: 229–234
von: [[{{{AUTOR}}}]]
Zusammenfassung: {{{ZUSAMMENFASSUNG}}}
Anmerkung: {{{ANMERKUNG}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Wikipedia-logo.png [[w:{{{WIKIPEDIA}}}|Artikel in der Wikipedia]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
[[Index:{{{INDEX}}}|Wikisource-Indexseite]]
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[229]
Neununddreißigste Rune.


     Wäinämöinen alt und wahrhaft
Redet selber diese Worte:
„O du Schmieder Ilmarinen,
Laß uns nach Pohjola gehen,
Daß den Sampo wir gewinnen,
Wir den bunten Deckel schauen!“
     Selbst der Schmieder Ilmarinen
Redet Worte solcher Weise:
„Nicht zu fassen ist der Sampo,

10
Schwer der Deckel herzuholen

Aus dem nimmerhellen Nordland,
Aus dem düstern Sariola;
Fortgeführet ist der Sampo,
Dort der Deckel fortgetragen
In den Steinberg von Pohjola,
Innerhalb des Kupferberges,
Hinter einer Neunzahl Schlösser;
Wurzel sind ihm dort geschossen,
Neun der Klafter in die Tiefe,

20
Eine Wurzel in die Erde,

In dem Wasserfall die zweite,
In des Hauses Berg die dritte.“
     Sprach der alte Wäinämöinen:
„Bruder Schmied, mein Vielgeliebter,
Laß uns gehen nach Pohjola,
Daß den Sampo wir gewinnen!
Bauen wir ein Schiff voll Größe,
Um den Sampo aufzunehmen,
Um den Deckel fortzutragen

30
Aus dem Steinberg von Pohjola,

Aus des Kupferberges Innerm,
Hinter jener Neunzahl Schlösser.“
     Sprach der Schmieder Ilmarinen:
„Sichrer ist der Weg zu Lande,
Lempo ziehe auf dem Meere,
Selbst der Tod auf dessen Rücken!
Dorten könnt’ der Wind uns treiben,
Könnt’ der Sturm uns niederwerfen,
Rudern müßten da die Finger,

40
Steuern da die Ellenbogen.

     Sprach der alte Wäinämöinen:
„Sichrer ist der Weg zu Lande,
Sichrer ist er, aber schwierig,
Ferner ist er voller Krümmung;
Wonnig ist’s zu Boot im Wasser,
Mit dem Nachen hinzuschwimmen,
Durch die Wasserfläch’ zu ziehen,
Seiner klaren Fluth zu folgen:
Wonnig wiegt der Wind den Nachen,

50
Treibt die Wog’ das Schifflein vorwärts,

Setzt der Westwind es in Schwanken,
Führt der Südwind es nach vorne;
Aber sei dem wie ihm wolle,
Hast du keine Lust zu Wasser,
Wollen wir zu Lande reisen,
An dem Strande vorwärts schreiten!“
     „Schmiede mir nun eine Klinge,
Mach’ ein neues Schwert voll Feuer,
Womit ich die Wölfe haue,

60
Ich des Nordens Volk verscheuche,

Da ich geh’ den Sampo holen
Nach dem Dorfe voller Kälte,
Nach dem nimmerhellen Nordland,
Nach dem düstern Sariola.“
     Selbst der Schmieder Ilmarinen,
Dieser ew’ge Schmiedekünstler,
Stößt nun Eisen in das Feuer,
Stahl er in den Kohlenhaufen,
Gold soviel die Faust erfasset,

70
Silber mit der Hände Höhlung;

Stellt die Knechte hin zum Blasen,
Tagelöhner an den Blasbalg.
     Eifrig blasen da die Knechte,
Drücken stark die Tagelöhner,
Gleich dem Brei zerschmolz das Eisen,
Weich gleich Teig die Stahlesmasse,
Gleich dem Wasser glänzt das Silber,
Flüssig ward das Gold wie Wogen.
     Darauf schaut Schmied Ilmarinen,

80
Dieser ew’ge Schmiedekünstler
[230]

Auf den Boden seiner Esse
Zu dem Rande seines Ofens,
Sieht die Klinge schon entstehen,
Sieht den goldnen Griff sich bilden.
     Nimmt die Masse aus dem Feuer,
Nimmt das herrliche Geschmiede
Aus der Esse auf den Amboß
Zu des Hammers munterm Klopfen,
Schmiedet nun ein Schwert nach Wunsch sich,

90
Eine Klinge, die die beste,

Ziert’ sie aus mit gutem Golde,
Schmückte sie mit schönem Silber.
     Wäinämöinen alt und wahrhaft
Kam nun selbst um zuzusehen;
Nahm die Klinge voller Feuer
In die rechte seiner Hände,
Wendet sie nach allen Seiten,
Redet Worte solcher Weise:
„Paßt das Schwert auch zu dem Manne,

100
Paßt die Klinge zu dem Träger?“

     Paßte wohl das Schwert zum Manne,
Zu dem Träger wohl die Klinge,
An der Spitze strahlt das Mondlicht,
Auf der Fläche scheint die Sonne,
Sterne schimmerten am Griffe,
An der Schneid’ ein Rößlein wiehert,
Auf dem Knopfe sitzt ein Kätzlein,
Auf der Scheide bellt ein Hündlein.
     Ziehet hin und her die Klinge

110
In des Eisenberges Spalten,

Selber spricht er diese Worte:
„Möchte schon mit dieser Schneide
Feste Berge bald durchhauen,
Felsen bald zur Hälfte spalten.“
     Selbst der Schmieder Ilmarinen
Redet Worte solcher Weise:
„Womit soll ich mich, o Ärmster,
Womit wir uns, Kühner, schützen,
Womit schirmen, womit gürten

120
Gegen Land- und Seegefahren?

Kleid’ ich mich in einen Harnisch,
Soll ein Eisenhemd ich anziehn,
Soll ich einen Stahlgurt umthun?
Stärker ist der Mann im Harnisch,
Besser in dem Eisenhemde,
Kräftiger der Held im Stahlgurt.“
     Kam die Zeit um fortzuziehen,
Eilt’ die Stunde aufzubrechen;
Wäinämöinen war der eine,

130
Mit ihm war Schmied Ilmarinen,

Gingen um das Roß zu suchen,
Nach dem stoppelmähn’gen Füllen,
Mit den Zügeln in dem Gurte,
Mit Geschirren auf den Schultern,
Suchten beide nach dem Pferde,
Schauten nach dem Kopf im Walde,
Spüren scharfen Blicks dasselbe
In des dunkeln Waldes Umkreis;
Bis im Hain das Roß sie finden,

140
In dem Wald das Stoppelmähn’ge.

     Wäinämöinen alt und wahrhaft,
Mit ihm Schmieder Ilmarinen
Drückten an den Kopf die Riemen,
An des Rosses Maul die Zügel;
Rasselnd fuhren sie des Weges,
Beide an dem Meeresufer,
Jammern hören sie vom Strande,
Klagen von dem Stapelplatze.
     Wäinämöinen alt und wahrhaft

150
Redet Worte solcher Weise:

„Muß ein Mädchen dorten weinen,
Muß ein Mädchen dort wohl jammern,
Sollen wir uns nicht verfügen
In die Näh’ um zuzuschauen?“
     Selber schritt er darauf näher,
Ging heran um zuzuschauen,
War kein Mädchen, das da weinte,
Auch kein Mädchen, das da jammert’:
War ein Boot, das dorten weinte,

160
Voller Klagen war’s ein Nachen.

     Sprach der alte Wäinämöinen,
An des Bootes Seite stehend:
„Weßhalb weinst du, Plankennachen,

[231]

Klagst du, Boot mit Ruderhaken,
Weinst du, daß du plump gezimmert,
Daß mit Haken du befestigt?“
     Antwort gab der Plankennachen,
Also sprach das Boot mit Haken:
„In das Wasser will der Nachen

170
Auch von theerbedeckten Rollen,

Wie nach eines Mannes Wohnung
Auch aus hohem Haus das Mädchen;
Deshalb wein’ ich, armer Nachen,
Klag’ ich Boot, erfüllt von Schmerzen,
Wein’ ich, damit ich in’s Wasser,
In das Meer gestoßen werde.“
     „Hieß wohl, als man mich gezimmert,
Bei dem Baue ward gesungen,
Daß ich werden sollt’ ein Kriegsboot,

180
Werden sollt’ ein Kampfesfahrzeug,

Daß ich reiche Güter trüge,
Auf dem Boden große Schätze;
Bin nicht in den Krieg gekommen,
Niemals auf die Fahrt nach Beute.“
     „Andre Böte, selbst die schlechten,
Ziehen immer fort zum Kampfe,
Schreiten hin zu muntern Schlachten,
Dreimal in dem Lauf des Sommers
Kommen sie mit Geld beladen,

190
Schätze auf dem Boden tragend;

Ich ein Boot, das gut gezimmert,
Das ich hundert Bretter habe,
Faule hier auf meinen Spänen,
Liege auf dem Zimmerplatze;
Auch der Erde schlechtste Würmer
Ruhen unter meiner Wölbung,
Und die scheußlichsten der Vögel
Bauen an dem Maste Nester,
Alle Frösche aus dem Walde

200
Springen an dem Vordersteven;

Wäre wohl um zweimal schöner,
Zwei ja dreimal wär’ es besser,
Wär’ ich Tanne auf dem Berge,
Eine Fichte auf der Heide,
Mit dem Eichhorn in den Zweigen,
Mit dem Hündchen an dem Stamme.“
     Wäinämöinen alt und wahrhaft
Redet Worte solcher Weise:
„Weine nicht, du Plankennachen,

210
Nicht, o Boot mit Ruderhaken,

Bald sollst du zum Kriege ziehen,
Zu dem muntern Kampfe schreiten!“
     „Bist, o Boot, du von dem Schöpfer,
Bist vom Schöpfer du geschaffen,
Kannst du mit dem Rand in’s Wasser,
Seitwärts in die Fluthen schreiten,
Von den Fäusten nicht berühret,
Von den Händen nicht erfasset,
Von den Schultern nicht geschoben,

220
Von den Armen nicht gezogen?“

     Antwort gab das Boot aus Planken,
Redet so das hakenreiche:
„Geht doch nicht mein Stamm, der große,
Nicht die lieben Brüder Böte
Ungestoßen in das Wasser,
Ungetrieben in die Fluthen,
Wenn sie nicht die Hand berühret,
Nicht der Arm sie vorwärts schiebet.“
     Sprach der alte Wäinämöinen

230
„Stoß’ ich dich nun in das Wasser,

Wirst du ungerudert laufen,
Ohne alle Hülf’ der Ruder,
Ohne allen Dienst des Steuers,
Ohne Wind in deinen Segeln?
     Antwort gab das Boot aus Planken,
Redet’ so das hakenreiche:
„Geht doch nicht mein Stamm, der große,
Auch kein andrer aus dem Haufen
Ungerudert von den Fingern,

240
Ohne alle Hülf’ der Ruder,

Ohne allen Dienst des Steuers,
Ohne Wind in seinen Segeln.“
     Wäinämöinen alt und wahrhaft
Redet Worte solcher Weise:
„Wirst gerudert du denn laufen,
Mit den Rudern fort’beweget,
Von dem Steuer fortgetrieben,

[232]

Mit dem Winde in den Segeln?“
     Antwort gab das Boot aus Planken,

250
So der hakenreiche Nachen:

„Laufet ja mein Stamm, der ganze,
Alle meine Brüder Böte
Durch das Rudern mit den Fingern,
Durch die Hülfe von den Rudern,
Von dem Steuer fortgelenket,
Mit dem Winde in den Segeln.“
     Ließ der alte Wäinämöinen
Nun sein Roß dort auf dem Sande,
Hing an einen Baum die Halfter,

260
Band die Zügel dort an Zweige,

Stieß den Nachen in das Wasser,
Sang das Boot hin auf die Fluthen,
Fragte von dem Boot aus Planken,
Redet’ Worte solcher Weise:
„O du Boot mit schöner Wölbung,
Hölzern Boot mit Ruderhaken!
Bist du schön auch um zu tragen,
Wie du schön bist anzuschauen?“
     Antwort gab das Boot aus Planken,

270
Redet’ so das hakenreiche:

„Bin gar schön auch um zu tragen,
Fasse wohl auf meinem Boden
Hundert Männer, wenn sie rudern,
Stille sitzend wohl ein Tausend.“
     Fing der alte Wäinämöinen
Darauf leise an zu singen,
Sang auf eine Seit’ des Bootes
Jünglinge mit schönen Haaren,
Schönen Haaren, starken Fäusten,

280
Krafterfüllte Stiefelträger;

Sang zur andern Seit’ des Bootes
Mädchen zinngeschmückt am Haupte,
Zinngeschmückt mit Kupfergürtel,
Schöngeziert mit goldnen Ringen.
     Wäinämöinen singet ferner
Voll die Bretter da mit Männern,
Voll mit lauter alten Leuten,
Die ihr Leben lang gesessen,
Singt sie hin wo wenig Platz war,

290
Da die Jungen früher kamen.

     Selber setzt er sich an’s Ende,
An den Hinterstamm von Birken,
Steuerte sein Schifflein rastlos,
Redet Worte solcher Weise:
„Lauf’ auf baumentblößten Strecken,
Durch das Wasser nun, o Nachen,
Lauf’ gleich einem Wasserbläschen,
Wie ein Blümlein auf den Wogen!“
     Ließ die Jünglinge dann rudern,

300
Ließ die Mädchen stille sitzen;

Emsig rudern zwar die Jungen,
Doch der Weg will nicht entschwinden.
     Ließ die Mädchen darauf rudern,
Ließ die jungen Männer sitzen;
Kräftig rudern zwar die Mädchen,
Doch der Weg will nicht entschwinden.
     Ließ die Alten darauf rudern,
Ließ die jungen Männer schauen;
Kräftig rudern zwar die Alten,

310
Doch der Weg will nicht entschwinden.

     Darauf setzt Schmied Ilmarinen
Selbst sich hin um nun zu rudern,
Da erst lief das Boot von Planken,
Lief das Boot, der Weg entschwindet,
Weithin tönt der Schlag der Ruder,
Weit der Ruderhaken Kreischen.
     Ruderte mit starkem Brausen,
Bänk’ und Seitenbretter schwankten,
Ebereschenruder stöhnten,

320
Ihre Stiele gleich dem Feldhuhn,

Ihre Blätter gleich dem Birkhuhn,
Vorne lärmt das Boot gleich Schwänen,
Hinten krächzet es gleich Raben
Und die Ruderhaken schnattern.
     Selbst der alte Wäinämöinen
Lenkte plätschernd nun den Nachen
An des rothen Bootes Ende,
Sitzend an dem Steuerruder;
Eine Landspitz’ kam zum Vorschein,

330
Sichtbar ward ein Dorf gar elend.

Auf der Landzung’ weilte Ahti,

[233]

Kauko an der Landzung’ Busen;
Kauko weinte hier nach Fischen,
Nach dem Brote Lemminkäinen,
Ahti ob der Kammer Kleinheit,
Wegen seines schlechten Looses.
     Zimmert an des Bootes Seiten,
An des neuen Nachens Boden
An der Hungerspitze Ende,

340
An des Unglücksdorfes Seite.

     Trefflich waren seine Ohren,
Besser dennoch seine Augen,
Warf die Augen hin nach Nordwest,
Wendet’ seinen Kopf zur Sonne,
Sieht von fern den Regenbogen,
Ferner eine Hängewolke.
     War jedoch kein Regenbogen,
War auch keine Hängewolke,
War ein Boot, das weiter fähret,

350
War ein Nachen, der da ziehet

Auf des Meeres klarem Rücken,
Auf der weitgestreckten Öde,
An dem Hinterstamm ein Braver,
Voller Kraft ein Mann am Ruder.
     Sprach der muntre Lemminkäinen:
„Kenne gar nicht diesen Nachen,
Nicht das Boot von schöner Bauart,
Das aus Suomi jetzo kommet,
Mit dem Ruderschlag von Osten,

360
Mit dem Steuer hin nach Nordwest.“

     Fing nun kräftig an zu rufen,
Rief, daß alles wiederhallte,
Rief von seiner Landzung’ Spitze,
Über’s Wasser hin der Lust’ge:
„Wessen Boot ist auf dem Wasser,
Wessen Schifflein in den Wogen?“
     Sprachen aus dem Boot die Männer,
Antwort gaben so die Weiber:
„Wer bist du, o Mann im Walde,

370
Welch ein Held du in dem Dickicht,

Daß du dieses Boot nicht kennest,
Nicht das Fahrzeug von Wäinölä,
Nicht den Mann am Steuer kennest,
Nicht den Helden an dem Ruder!“
     Sprach der muntre Lemminkäinen
„Kenne wohl den Steuerhalter
Und erkenne auch die Rudrer;
Wäinämöinen alt und wahrhaft
Sitzet selbst am Steuerruder,

380
Ilmarinen aber rudert;

Wohin ziehet ihr, o Männer,
Wandert ihr, o guten Helden?“
     Sprach der alte Wäinämöinen:
„Wandern grade nun nach Norden
Gegen starke Wellenschichten,
Durch die schaumbedeckten Fluthen,
Um den Sampo zu gewinnen,
Um zu schau’n den bunten Deckel
Aus dem Steinberg von Pohjola,

390
Aus des Kupferberges Innerm.“

     Sprach der muntre Lemminkäinen:
„O du alter Wäinämöinen!
Sollst auch mich als Mann nun nehmen,
Mich als dritten Helden rechnen,
Da du ziehst den Sampo heben,
Seinen Deckel fortzutragen!
Werde wohl als Mann noch gelten,
Wenn das Schlagen nöthig würde,
Geb’ Befehle meinen Händen,

400
Meinen Schultern gute Lehren.“

     Wäinämöinen alt und wahrhaft
Nahm den Mann mit zu der Reise
In das Boot den muntern Burschen;
Selbst der muntre Lemminkäinen
Kommt nun hastig angestiegen,
Eilt herbei mit leichten Schritten,
Bringet mit sich Seitenleisten
Zu dem Boote Wäinämöinen’s.
     Sprach der alte Wäinämöinen:

410
„Ist schon Holz an meinem Boote,

Seitenleisten an dem Fahrzeug,
Ohnehin ist gut geladen,
Weßhalb bringst du Seitenleisten,
Holz du noch hinzu zum Boote?
     Sprach der muntre Lemminkäinen:

[234]

„Nicht durch Vorsicht sinkt der Nachen,
Durch die Stütze nicht der Schober;
Oft schon forderten im Nordmeer
Stürme von dem Boote Leisten,

420
Gegenwinde Seitenbretter.“

     Sprach der alte Wäinämöinen:
„Deshalb ist des Kriegesfahrzeugs
Wölbung auch gemacht aus Eisen
Und mit Stahl es vorn beschlagen,
Daß der Wind es nicht entführe,
Nicht der Sturm das Boot zerschlage.“