Laura am Klavier

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Friedrich Schiller
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Laura am Klavier
Untertitel:
aus: Anthologie auf das Jahr 1782, S. 19 – 21
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1782
Verlag: J. B. Metzler
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[19]
Laura am Klavier.


Wenn dein Finger durch die Saiten meistert –
Laura, itzt zur Statue entgeistert,
     Izt entkörpert steh ich da.
Du gebietest über Tod und Leben,

5
Mächtig wie von tausend Nervgeweben

     Seelen fordert Philadelphia; –

Ehrerbietig leiser rauschen
Dann die Lüfte, dir zu lauschen;
     Hingeschmidet zum Gesang,

10
     Stehn im ewgen Wirbelgang,

Einzuziehn die Wonnefülle,
Lauschende Naturen stille,
     Zauberin! mit Tönen, wie
     Mich mit Blicken, zwingst du sie.

[20]
15
Seelenvolle Harmonieen wimmeln.

     Ein wollüstig Ungestüm,
Aus den Saiten, wie aus ihren Himmeln
     Neugebohrne Serafim;
Wie des Chaos Riesenarm entronnen,

20
Aufgejagt vom Schöpfungssturm die Sonnen

     Funkend fuhren aus der Finsternuß,
     Strömt der goldne Saitenguß.

Lieblich izt wie über bunten Kieseln
Silberhelle Fluten rieseln, –

25
     Majestätisch prächtig nun

     Wie des Donners Orgelton,
Stürmend von hinnen izt wie sich von Felsen
Rauschende schäumende Gießbäche wälzen,
     Holdes Gesäusel bald,

30
          Schmeichlerisch linde,

     Wie durch den Espenwald
          Buhlende Winde,
Schwerer nun und melankolisch düster
Wie durch todter Wüsten Schauernachtgeflüster,

[21]
35
     Wo verlornes Heulen schweift,

     Thränenwellen der Kozytus schleift.

Mädchen, sprich! Ich frage, gieb mir Kunde:
Stehst mit höhern Geistern du im Bunde?
     Ists die Sprache, lüg mir nicht,

40
     Die man in Elysen spricht?


Von dem Auge weg der Schleyer!
     Starre Riegel von dem Ohr!
Mädchen! Ha! schon athm’ ich freier,
Läutert mich ätherisch Feuer?

45
     Tragen Wirbel mich empor? – –


Neuer Geister Sonnensize
Winken durch zerrißner Himmel Rize –
     Ueberm Grabe Morgenroth!
Weg, ihr Spötter, mit Insektenwize!

50
     Weg! Es ist ein Gott – – – –


Y.