Müllertücke (Erk, Variante 2)

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Titel: Müllertücke
Untertitel:
aus: Deutscher Liederhort,
S. 134
Herausgeber: Ludwig Erk
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Th. Chr. Fr. Enslin
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google und Wikimedia Commons
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[134]
39a. Müllertücke.


Mäßig. Mündlich, aus Dreieichenhain unweit Darmstadt.
Noten


1.
Es wollt ein Müller früh aufstehn,

wollt in den Wald spazieren gehn,
wol in den grünen Walde.

2.
Und als er in den Wald nein kam,

drei Räuber an dem Wege stahn,
drei Räuber und drei Mörder.

3.
„Ei du mein lieber Müller mein,

hast du kein schwangres Weibelein?
wir wolln dirs theur abkaufen.“

4.
Der Erste zog sein Beutel raus,

sechshundert Thaler zahlt er aus
dem Müller für sein Weibchen.

5.
Der Müller dacht in seinem Sinn,

das ist kein Geld für Weib und Kind:
mein Weibchen ist mir lieber.

6.
Der Zweite zog sein Beutel raus,

neunhundert Thaler zahlt er aus
dem Müller für sein Weibchen.

7.
Der Müller dacht in seinem Sinn,

das ist kein Geld für Weib und Kind:
mein Weibchen ist mir lieber.

8.
Der Dritte zog sein Beutel raus,

zwölfhundert Thaler zahlt er aus
dem Müller für sein Weibchen.

9.
Der Müller dacht in seinem Sinn,

das ist schon Geld für Weib und Kind:
‚‚‚Mein Weib das sollt ihr haben!‘‘‘

10.
Und als der Müller nach Hause kam,

sein Weibchen hinter dem Ofen stand
mit ihrn schwarzbraunen Augen.

11.
‚‚‚Ei du mein liebes Weibelein,

lauf du geschwind in Wald hinein!
dein Vater liegt am Sterben.‘‘‘

12.
Und als sie in den Wald nein kam,

drei Räuber an dem Wege stahn,
drei Räuber und drei Mörder.

13.
„Ei du mein liebes Weibelein,

bist du dem Müller sein Weibelein,
das wir so theur erkaufet?“

14.
Der Erste kriegt sie bei der Hand

und führt sie untern Eichenbaum:
„Darunter mußt du sterben!“

15.
„„Ach Gott, hat das mein Mann gethan,

der soll kein Theil an mir nicht han
im Himmel und auf Erden!““

3, 3. Wir wollens theur erkaufen. – 16. „„Mein Bruder ist ein Jägersmann, der alle Vögel schießen kann; der wird euch schon belauren!““