MKL1888:Aaltierchen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Aalst
Nächster
Aam
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: [[{{{Wikisource}}}]]

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: Aaltierchen
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag: Aaltierchen
Seite mit dem Stichwort „Aaltierchen“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
8

fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Empfohlene Zitierweise
Aaltierchen. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 1, S. 8. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Aaltierchen&oldid=- (Version vom 06.09.2014)

Aaltierchen (Anguillulidae), Familie der Nematoden oder Fadenwürmer, nur zum geringsten Teil parasitisch (an oder in Pflanzen), meist hingegen frei; manche leben nach langer Austrocknung bei Befeuchtung wieder auf. Das Essigälchen oder Kleisterälchen (Anguillula aceti, A. glutinis Ehrenb.), 1–2 mm lang, lebt in verdorbenem Kleister und der auf trübem Essig sich bildenden Haut. Das Weizenälchen (Tylenchus scandens Schn., s. Tafel »Würmer«), in Weizenkörnern, verursacht das sogen. Gichtig- oder Radigwerden des Weizens. In Einem Korn finden sich 8-10 geschlechtslose Weizenälchen. Kommt ein solches mit der Aussaat in den feuchten Boden, so verbreiten sich die Tierchen darin, kriechen an den Weizenpflänzchen hinauf und dringen in die noch in ihrer ersten Entwickelung begriffene Ähre. In dem jungen Korn werden sie schnell geschlechtsreif; die Weibchen legen nach der Begattung Eier und sterben mit den Männchen ab, zur Zeit der Reife des Korns aber entwickelt sich die junge Brut. Der Genuß radigen Weizens ist weder für Menschen noch für Tiere gesundheitsschädlich. Um die Saat vor Weizenälchen zu schützen, muß man radige Körner vor der Aussaat entfernen und durch Verbrennen od. dgl. unschädlich machen. Das Stockälchen (T. devastatrix Kühn) lebt in Roggen, Hafer, Buchweizen und der Weberkarde und richtet auf leichten Bodenarten empfindlichen Schaden an. Namentlich macht es die Kardenköpfe kernfaul. Das Luzerneälchen (T. Havensteini Kühn) bewohnt Wurzeln und Triebe der Luzerne und des Rotklees und bewirkt die Verkümmerung der Zweige.