MKL1888:Albatāni

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Albatāni“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 286
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Albatāni. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 286. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Albat%C4%81ni (Version vom 06.01.2023)

[286] Albatāni (latinisiert Albategnius), eigentlich Mohammed ben Geber ben Senan Abu Abdallah al Batani, der größte Astronom der Araber, geboren zu Harran, nach andern Angaben um 850 zu Batan in Mesopotamien, war Statthalter der Kalifen in Syrien und starb 929 auf der Reise von Bagdad nach Rakka im Schloß Dschaß. Seine astronomischen Beobachtungen hat er teils zu Damaskus, teils zu Aracta in Mesopotamien angestellt, weshalb er auch Mohammedes Aractensis heißt. Er berechnete die Länge des Sonnenjahrs auf 365 Tage 5 Stunden 46 Minuten 24 Sekunden, unterwarf die Exzentrizität der Sonnenbahn einer neuen genauen Untersuchung, bemerkte dabei zuerst die Bewegung des Apogäums, und obgleich er über das ptolemäische System sich nicht erheben konnte, berechnete er doch die Bewegung der Planeten aufs schärfste und führte neue Tafeln und viele Modifikationen der herkömmlichen Theorie ein. Größer aber als alles dies ist Albatanis Verdienst um die Trigonometrie, in welcher er zuerst statt der Sehnen die Sinus gebrauchte. Er bekannte sich zum harranischen Sabäismus. Vgl. Chwolson, Die Ssabier (Petersb. 1856).