MKL1888:Alberich

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Alberich“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 1 (1885), Seite 287
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Alberich. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 287. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Alberich (Version vom 20.08.2021)

[287] Alberich, 1) A. I., ein lombard. Abenteurer des 10. Jahrh., schwang sich zum Markgrafen von Camerino auf, ward durch die berüchtigte Gewalthaberin Theodora (s. d.) nach Rom gezogen und mit deren Tochter Marozia vermählt und gewann 14. Juni 916 über die Mohammedaner am Garigliano einen glänzenden Sieg. Er wurde hierauf zum Konsul der Römer ernannt, aber wegen seiner despotischen Herrschaft vertrieben und erschlagen (925).

2) A. II., Sohn des vorigen und der Marozia, vertrieb seinen Stiefvater, König Hugo von Italien, ließ seine Mutter einkerkern (932) und bemächtigte sich mit Hilfe des Volks als „Fürst und Senator aller Römer“ der Herrschaft über Rom, die er nach Art der altgriechischen Tyrannen führte; energisch, jung, kräftig, furchtbar gegen seine Feinde, fesselte er alles an sich. In dieser Stellung behauptete sich A. 20 Jahre, während deren über Rom die ärgste Sittenverderbnis hereinbrach und A. über das Papsttum wie über ein von ihm allein abhängiges Amt verfügte. Später leistete er, um gegen Berengar von Ivrea gesichert zu sein, dem Kaiser Otto I. von Deutschland in seinem Bemühen, Oberitalien zu gewinnen, Vorschub, starb aber 954, nachdem er die Römer hatte schwören lassen, seinen Sohn Octavianus (als Papst Johann XII.) zum Papst zu wählen, um so die päpstliche und weltliche Herrschaft zu vereinigen.

Alberich, Elfenkönig, s. Elfen.