MKL1888:Anēthum

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Anēthum“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 1 (1885), Seite 563
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Anēthum. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 563. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:An%C4%93thum (Version vom 19.04.2021)

[563] Anēthum L. (Dill, Gurkenkraut), Gattung aus der Familie der Umbelliferen, mit nur einer Art, A. graveolens L. (gemeiner oder Gartendill, Kümmerlingskraut), einer einjährigen, 0,6-1,25 m hohen Pflanze mit, wie die Blätter, bläulich bereiftem Stengel, zwei- bis dreifach fiederteiligen Blättern mit linealisch fadenförmigen Zipfeln, hüllenlosen Dolden und Döldchen, gelben Blüten und ovalen, 4 mm langen Früchten, findet sich in Südeuropa und Ostindien, wird bei uns in Gemüsegärten kultiviert und kommt bisweilen von da aus verwildert vor. Dill gedeiht in jedem Boden und jeder Lage und wird zweckmäßig in die Spargelbeete gesäet. Einmal angesäet, besamt sich das Beet durch Ausfall von selbst. Keimfähigkeit der Samen zwei Jahre. Man gebraucht die Blüten oder Samendolden wie auch die grünen Pflanzenteile beim Einmachen von Gurken und Weißkohl. Die Dillsamen riechen gewürzhaft, stark erwärmend und geben bei der Destillation ein blaßgelbes ätherisches Öl, welches von sehr durchdringendem Geruch, süßlich-brennendem Geschmack, 0,881 spez. Gew., in Wasser schwer, in Alkohol und Äther leicht löslich ist und, wie die Samen, als diuretisches Mittel gebraucht wird. Der Sowadill (A. sowa), in Bengalen, dessen Früchte in Ostindien als Arzneimittel und Gewürz benutzt werden, ist wohl nur eine Varietät des vorigen.