MKL1888:Antĭphon

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Antĭphon“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 1 (1885), Seite 648
Wikisource-logo.svg Wikisource-Seite: [[{{{Wikisource}}}]]
Wikipedia-logo-v2.svg Wikipedia-Artikel: Antiphon von Rhamnus
Wiktionary small.svg Wiktionary-Eintrag:
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Indexseite
Empfohlene Zitierweise
Antĭphon. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 648. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Ant%C4%ADphon (Version vom 02.11.2021)

[648] Antĭphon, der erste der zehn attischen Redner, geb. 480 v. Chr. zu Rhamnus, Sohn und Schüler des Sophisten Sophillos, wurde der Schöpfer der politischen Beredsamkeit, die er in einer eignen rhetorischen Schule mit großem Beifall lehrte. Er war der erste, der für andre gerichtliche Reden schrieb. Im Peloponnesischen Krieg spielte er als Mitglied der oligarchischen Partei eine hervorragende Rolle, besonders bei der Einsetzung des Rats der Vierhundert und den darauf folgenden Friedensverhandlungen mit Sparta. Deshalb nach dem Sturz der Oligarchie des Hochverrats angeklagt, wurde er trotz seiner glänzenden Verteidigungsrede 411 zum Tod verurteilt. Von seinen Reden sind bloß 15 erhalten, sämtlich auf Mordprozesse, aber nur 3 auf wirkliche Fälle bezüglich; die übrigen sind Schulreden (hrsg. außer in den Sammlungen der Redner von Mätzner, Berl. 1838, und Blaß, 2. Aufl., Leipz. 1881). Vgl. Blaß, Die attische Beredsamkeit, Bd. 1 (2. Aufl., Leipz. 1885).