Zum Inhalt springen

MKL1888:Aristodēmos

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Aristodēmos“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Aristodēmos“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 1 (1885), Seite 812
Mehr zum Thema bei
Wikisource-Logo
Wikisource: [[{{{Wikisource}}}]]
Wiktionary-Logo
Wiktionary:
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Indexseite
Empfohlene Zitierweise
Aristodēmos. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 812. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Aristod%C4%93mos (Version vom 07.05.2022)

[812] Aristodēmos, 1) Sohn des Herakliden Aristomachos, ward, als die Herakliden den Peloponnes erobern wollten, bei Naupaktos vom Blitz, nach andern von Apollon oder von den Söhnen des Pylades und der Elektra getötet. Nach der lakedämonischen Sage war A. bereits Herrscher über Sparta und starb an einer Krankheit. Seine Söhne Eurysthenes und Prokles wurden als die Stammväter der beiden spartanischen Königsfamilien betrachtet.

2) Messenischer Held und König aus dem Geschlecht der Äpytiden, opferte während des ersten Messenischen Kriegs (743–724 v. Chr.) einem Orakelspruch zufolge seine Tochter, um den Sieg über die Spartaner gewinnen zu können, und ward trotz dieser Blutschuld zum König gewählt. Er verteidigte Ithome mit großer Tapferkeit. Infolge eines neuen Orakelspruchs an der Rettung seines Vaterlands verzweifelnd, tötete er sich selbst am Grab seiner Tochter (724).