MKL1888:Babbage

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Babahoyo
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: Charles Babbage

Tango style Wikipedia Icon.svg

Wikipedia-Artikel:

  1. Charles Babbage
  2. Benjamin Herschel Babbage (en)
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag:
Seite mit dem Stichwort „Babbage“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
201

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
Babbage. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 2, S. 201. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Babbage&oldid=- (Version vom 31.03.2018)

Babbage (spr. bébbidsch), 1) Charles, Mathematiker, Mechaniker und Philosoph, geb. 26. Dez. 1792 zu Teignmouth in Devonshire, studierte auf dem Trinity College zu Cambridge, war 1828–39 daselbst Professor der Mathematik und lebte danach als Privatgelehrter in London, wo er 20. Okt. 1871 starb. Er gab heraus: „Tables of logarithms“ (neueste Ausg., Lond. 1872), welche sich durch Korrektheit und zweckmäßige Einrichtung auszeichnen, und „Comparative view of the different institutions for the assurance of lives“ (das. 1826; deutsch, Weim. 1827). Die Schwierigkeit, größere Tabellenwerke korrekt zu fertigen, brachte B. auf den in dem „Letter to Sir H. Davy on the application of machinery to mathematical tables“ (1822) entwickelten Gedanken, die Vollendung derselben einer Maschine anzuvertrauen. Er sammelte nun auf Reisen einen Schatz von Materialien über das Maschinen- und Fabrikwesen und begann 1828 den Bau seiner Rechenmaschine (s. d.), welche auch einen druckenden Teil besitzen sollte, aber unvollendet blieb. Von seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen: „Economy of machinery and manufactures of Great Britain“ (1832, 4. Aufl. 1846; deutsch, Berl. 1833); „Observations on the temple of Serapis at Pozzuoli“ (1847); „Thoughts on the principles of taxation with reference to a property-tax“ (1848, 2. Aufl. 1851); „Passages from the life of a philosopher“ (autobiographische Reminiszenzen, 1864); „Thoughts upon an extension of franchise“ (1865); „Reflections on the decline of science in England“ (1830) und „The exposition of 1851, or views of the industry, the science and the government of England“ (1851), worin er alle Mißstände in den gelehrten Institutionen Englands aufdeckt. Autobiographische Mitteilungen enthalten die „Passages from the life of a philosopher“ (1864). Mit Herschel und Peacok übersetzte er Lacroix’ „Traité du calcul différentiel et du calcul intégral“. Ein Verzeichnis seiner sämtlichen Schriften, deren Zahl sich auf 80 beläuft, findet man in Welds „History of the Royal Society“, Kap. 11 (Oxf. 1848).

2) Benjamin Herschell, engl. Ingenieur und Australienreisender, geb. 1815, seit 1851 als Ingenieur in Südaustralien thätig, vollendete 1856 daselbst die erste Eisenbahn der Kolonie von Adelaide nach Port Adelaide, bereiste dann mit Bonner die Flinderskette und wurde 1858 Führer einer wissenschaftlichen Expedition, welche von Port Augusta aus das Land zwischen dem Torrens-, Gairdner- und Eyresee (von B. Gregorysee benannt) erforschte. Später (1870–71) war B. bei Errichtung der wichtigen Telegraphenlinie quer durch Australien thätig. Er starb 22. Okt. 1878 in Adelaide.