MKL1888:Blockbücher

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Blockade
Nächster
Blockdecke
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: Blockbücher

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: Blockbuch
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag:
Seite mit dem Stichwort „Blockbücher“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
39

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
Blockbücher. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 3, S. 39. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Blockb%C3%BCcher&oldid=- (Version vom 30.09.2014)

Blockbücher, die vor der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Typen von Holzplatten, in welche Text und Bilder geschnitten waren, gedruckten Bücher. Zu ihrer Herstellung diente der Reiber, nicht die Presse, und da sich infolgedessen das Typenbild in das Papier tief einprägte, so bedruckte man letzteres nur auf einer Seite und klebte die weiß gebliebenen Seiten zusammen (anapistographische Drucke). Man teilt die B. in solche nur mit Text, in solche mit Text und Bild auf der gleichen Seite und in solche mit Text und Bild auf getrennten Seiten. Ihr Inhalt war teils religiöser, teils dogmatischer und moralisch-didaktischer Natur. Sie enthielten bildliche Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament, die einander gegenübergestellt wurden und so eine sogen. Konkordanz bildeten, ferner Darstellungen der zehn Gebote, des Lebens der Maria und des Heilands, der Offenbarung Johannis, der Geschichte gewisser Heiligen, des apostolischen Glaubensbekenntnisses, der Ars moriendi (s. d.) und der Ars memorandi (s. d.). B. für den profanen Gebrauch enthielten Fabeln mit moralischer Nutzanwendung, den Totentanz (s. d.), die Chiromantie (s. d.), die Wunderwerke Roms u. dgl. Die Entstehung der B. fällt in die Zeit von ca. 1435–95. Die ältesten wurden in Deutschland und in den Niederlanden gedruckt, wobei die Miniaturen der Handschriften als Vorbilder dienten.