MKL1888:Buchbinderleinwand

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Meyers Konversations-Lexikon
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Wikipedia-Artikel: Buchbinderleinwand
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Seite mit dem Stichwort „Buchbinderleinwand“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
547

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Buchbinderleinwand. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 3, S. 547. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Buchbinderleinwand&oldid=- (Version vom 10.10.2014)

Buchbinderleinwand, zum Überziehen von Bücherdeckeln, Kartonagearbeiten u. dgl., wird aus leichtem, aber dicht geschlagenem Baumwollgewebe (Kaliko) hergestellt, das man in gewöhnlicher Weise färbt oder bedruckt und dann, um ihm größere Steifigkeit, auf einer Seite einen starken Glanz und einen hohen Grad von Widerstandsfähigkeit gegen Aufnahme von Wasser zu verleihen, mit einer eigentümlichen Appreturmasse behandelt. Man löst 100 Chlormagnesium in so viel Wasser, als zur Lösung von 100 Stärke erforderlich ist, setzt 1 Salzsäure hinzu und erhitzt die Lösung eine Stunde lang auf 90°. Hierauf wird sie mit Kalkwasser neutralisiert, einmal aufgekocht und mit einem Schwamm oder einer Appreturmaschine auf das Gewebe aufgetragen. Nachdem dieses in gespanntem Zustand (auf Spannrahmen oder Spannmaschinen) getrocknet ist, wird es auf Walzenglättmaschinen kalandriert, geglättet, auch wohl sogleich gaufriert, um ihm ein eigentümliches Muster zu geben. Besser fällt das Fabrikat aus, wenn es erst kalandriert wird und dann, schwach angefeuchtet, durch die Preßwalzen läuft. Die B. ist auf der Oberfläche entweder matt oder gewöhnlicher stark glänzend. Die matten Sorten sind nach dem beschriebenen Vorgang fertig. Die glänzenden werden vor dem Gaufrieren noch mit hellem, sehr reinem Leinwasser überstrichen. Dieser Überzug ist jedoch nicht gehörig wasserdicht, selbst wenn Alaun zugesetzt wird, so daß beim Gebrauch eines in Kaliko gebundenen Buches jeder darauf fallende Wassertropfen Spuren zurückläßt. Geeigneter erscheint daher ein nicht brüchiger Schellackfirnis (bereitet durch Kochen von 10 Borax mit 30 Schellack in 200 Wasser bis zur Lösung und gefärbt mit dauernden Anilinfarben) oder ein Überzug von Aluminiumpalmitat. Für besondere Fälle, z. B. wenn die mit B. gebundenen Bücher zum Gebrauch in chemischen Laboratorien u. dgl. bestimmt sind, wird sogar die eine Seite mit Kautschuk imprägniert oder nach Art des Wachstuchs präpariert.