MKL1888:Kama

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Kama“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 9 (1887), Seite 416
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Kama. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 9, Seite 416. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Kama (Version vom 22.07.2021)

[416] Kama, persische Waffe, s. Jatagan.

Kama (bei den Wotjäken Budshim-kam, bei den Tschuwaschen Schoiga-adil, bei den Tataren Tscholman Idel oder Ak Idel genannt, welche Worte „weißer Fluß“ bedeuten), der größte Nebenfluß der Wolga, entspringt aus den Sümpfen des Glasowschen Kreises, unweit des Dorfs Polonska, im Gouvernement Wjätka, fließt anfangs nördlich, dann nordöstlich und dringt in das Gouvernement Perm ein, wo er sich westlich von Tscherdyn gegen S. wendet und, in südöstlicher Richtung fließend, eine Zeitlang die Grenze zwischen Wjätka und Orenburg bildet; tritt darauf in das Gouvernement Kasan über, wendet sich gegen W. und mündet 69 km unterhalb Kasan gegenüber dem Kirchdorf Bogorodizk in die Wolga. Er hat keine Stromschnellen, ein völlig freies Fahrwasser und ist von Perm an schiffbar. Die Tiefe variiert von 3–21 m; die Länge beträgt 1690 km, wovon 1500 km schiffbar sind, sein Flußgebiet 460,000 qkm (9500 QM.); der obere Lauf ist nur 185 Tage im Jahr, der untere 205 eisfrei. Im Frühjahr steigt das Wasser so, daß der Fluß stellenweise bis 30 km breit wird. Schiffbare Nebenflüsse sind links: Wischera, Tschussowaja, Bjelaja; rechts: Inwa, Obwa, Wjätka. Die Zahl der Werften an den Ufern der K. ist ansehnlich und der durch diesen Strom vermittelte Handel zwischen Sibirien, Nishnij Nowgorod und Petersburg recht lebhaft. Auf der K. wurden 1882: 1229 Fahrzeuge und 26 Flöße mit Warenladungen im Wert von 20½ Mill. Rubel befördert.