MKL1888:Lukiānos

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Luke
Nächster
Lukmanĭer
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: Lukian von Samosata

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: Lukian von Samosata
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag:
Seite mit dem Stichwort „Lukiānos“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
1000

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
Lukiānos. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 10, S. 1000. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Luki%C4%81nos&oldid=- (Version vom 26.10.2015)

Lukiānos, ausgezeichneter griech. Schriftsteller, Sophist und eklektischer Philosoph, geboren um 125 n. Chr. zu Samosata in der syrischen Provinz Kommagene, widmete sich zu Antiochia rhetorischen Studien, bereiste Griechenland, Italien, Spanien und Gallien und erwarb sich als Sachwalter ein so bedeutendes Vermögen (welches er übrigens im Alter wieder verlor), daß er sein übriges Leben meist zu Athen in Unabhängigkeit als Schriftsteller zubringen konnte. Er scheint bis zur Regierung des Commodus gelebt zu haben. In seinen meist in dialogischer Form verfaßten satirischen Schriften, die ihm den Namen des „griechischen Voltaire“ verschafft haben, und deren mehr als 80 (obschon nicht alle echt) erhalten sind, erscheint er als Feind der Populärmythologie und des traditionellen Kultus, des starren Dogmatismus und des unwürdigen Lebens der damaligen Philosophen (Stoiker und Epikureer); ferner als sarkastischer Kritiker des Aberglaubens und der mystischen Schwärmerei seiner Zeit, der Ausartungen in der Litteratur, der Verkehrtheiten in der Erziehung wie im ganzen Sittenzustand. Die Editio princeps seiner Werke erschien Florenz 1496. Spätere Ausgaben lieferten unter andern: Jacobitz (Leipz. 1836–41, 4 Bde.; Textausgabe 1852–54, 3 Bde.; Auswahl 1862 ff.), Lehmann (das. 1822–31, 9 Bde.), Dindorf (Par. 1840; kleinere Ausg., Leipz. 1858–59, 3 Bde.), Bekker (das. 1853, 2 Bde.) und Fritzsche (Rost. 1860–82, Bd. 1–3), Sommerbrodt (Auswahl, 2. Aufl., Berl. 1869 ff., 3 Bde.). Von deutschen Übersetzungen sind die von Wieland (Leipz. 1788–91, 6 Bde.), Pauly (Stuttg. 1827–32, 15 Bde.; Auswahl von Teuffel, das. 1854) und Fischer (2. Aufl., Berl. 1884 ff.) zu erwähnen. Vgl. Jacob, Charakteristik L.’ von Samosata (Hamb. 1832); K. F. Hermann, Charakteristik L.’ und seiner Schriften (in „Gesammelte Abhandlungen“, Götting. 1849); Hartmann, Studia critica in Lucianum (Leiden 1877); J. Bernays, L. und die Kyniker (Berl. 1879).