MKL1888:Naturselbstdruck

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Naturreligion
Nächster
Naturspiel
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: [[{{{Wikisource}}}]]

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: Naturselbstdruck
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag:
Seite mit dem Stichwort „Naturselbstdruck“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
14

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
Naturselbstdruck. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 12, S. 14. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Naturselbstdruck&oldid=- (Version vom 05.10.2014)

Naturselbstdruck (Physiotypie, Autoplastik), von Auer zuerst gepflegte Kunst, von Gegenständen der Natur oder Industrie mittels des Originals selbst Druckformen herzustellen. Man legt den abzuformenden Gegenstand (Blätter, getrocknete Pflanzen, Gewebe, Insekten, Abdrücke fossiler Pflanzen oder Tiere, polierte und angeätzte Steine etc.) zwischen eine polierte Stahl- oder Kupferplatte und ein etwa 2 mm starkes Bleiblech und läßt das Ganze unter einem Druck von 800–1000 Ztr. zwischen zwei Walzen hindurchgehen. Die Struktur des abgeformten Gegenstandes prägt sich hierbei auf das genaueste in dem Blei ab, und man erhält durch Galvanoplastik leicht eine zum Druck geeignete Platte. Die damit auf der Kupferdruckpresse angefertigten Abzüge geben den Gegenstand naturgetreu wieder. Man überträgt auch von der Bleiplatte oder von der galvanoplastisch erzeugten Tiefplatte mittels der Kupferdruckpresse einen Abdruck auf eine rein polierte Zinkplatte und ätzt diese so lange, bis der durch das Fett der Farbe geschützte Abdruck erhaben hervortritt. Solche Platten liefern auf der Buchdruckpresse Abdrücke, die den besten des Kupferdrucks sehr nahe kommen und sich namentlich auch zur photographischen Aufnahme in mäßiger Verkleinerung vortrefflich eignen. Das immerhin kostspielige Verfahren hat bis jetzt in die allgemeine Praxis noch wenig Eingang gefunden. Vgl. Auer, Der N. (Wien 1854).