MKL1888:Neumann-Spallart

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Neumann-Spallart“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 12 (1888), Seite 90
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Neumann-Spallart. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 12, Seite 90. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Neumann-Spallart (Version vom 04.09.2021)

[90] Neumann-Spallart, Franz Xaver von, Volkswirt und Statistiker, geb. 11. Nov. 1837 zu Wien, studierte daselbst Rechts- und Staatswissenschaften, wurde 1863 Professor der Volkswirtschaft an der dortigen Handelsakademie. 1864 und 1865 vom österreichischen Handelsministerium zu den damals im Zug befindlichen zoll- und handelspolitischen Verhandlungen mit herangezogen, trat er durch Gründung des Vereins für volkswirtschaftlichen Fortschritt an die Spitze der österreichischen Freihandelspartei. Er erhielt 1869 den neubegründeten Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Kriegsschule, von dem er später (1872) als außerordentlicher Professor an die Universität und schon im folgenden Jahr als ordentlicher Professor an die Hochschule für Bodenkultur überging. Mit dieser Stellung verband er seit 1884 diejenige eines Honorarprofessors der Statistik an der Wiener Universität. Er hat den wesentlichen Anteil an der Gründung des Internationalen Statistischen Instituts genommen, als dessen Vizepräsident er auch bis zu seinem am 19. April 1888 erfolgten Tod fungierte. Er schrieb unter anderm: „Österreichs Handelspolitik in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ (Wien 1864); „Die Zivilisation und der wirtschaftliche Fortschritt“ (als Einleitung zu dem von ihm im Auftrag der österreichischen Regierung redigierten Bericht über die Pariser Weltausstellung von 1867, das. 1869); „Volkswirtschaft und Heereswesen“ (das. 1869); „Volkswirtschaftslehre mit besonderer Anwendung auf Heerwesen und Militärverwaltung“ (das. 1873); „Die Teurung der Lebensmittel“ (Berl. 1874); „Die Ernten und der Wohlstand in Österreich-Ungarn“ (das. 1874); „Die letzte Hungersnot in Indien“ (Jena 1875); „Die Reichsratswahlen in Österreich 1879“ (Stuttg. 1880); „Österreichs maritime Entwickelung“ (das. 1882). Die von ihm seit 1870 in Behms „Geographischem Jahrbuch“ veröffentlichten Übersichten über Produktion und Welthandel erschienen seit 1878 selbständig und erweitert unter dem Titel: „Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttg., bis 1887: 5 Bde.).