MKL1888:Nyx

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Nyx“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 12 (1888), Seite 290
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Nyx. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 12, Seite 290. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Nyx (Version vom 03.05.2021)

[290] Nyx (lat. Nox), in der griech. Mythologie Personifikation der „Nacht“, ist bei Homer eine mächtige, Menschen und Götter durch den Schlaf bezwingende Göttin, bei Hesiod die Tochter des Chaos, die Schwester und Gattin des Erebos, dem sie den Äther und die Hemera (Tag) gebar, während sie aus sich selbst die Schicksalsgottheiten (Keren und Mören), den Tod (Thanatos), den Schlaf, die Träume, den Tadel und die Klage, die Mühseligkeit, den Hunger, die Furcht, die Nemesis, das Alter, die Eris (Zwietracht), die Unbesonnenheit (Ate) und den Eid, als freundliche Göttin endlich den Schlaf und das Heer der Träume erzeugte. Sie wohnt am Tag in ihrem Palast im Tartaros, den finstere Wolken umhüllen. Mit Schlaf und Tod auf den Armen war N. schon auf der berühmten Kypseloslade dargestellt und findet sich noch vereinzelt in späterer Zeit (Statuen des Rhökos und Theodoros). Die neuern Künstler stellen sie dar mit langem schwarzen sternenbesäeten Gewand, das Haupt in einen schwarzen Schleier gehüllt, bald geflügelt, bald mit einem von schwarzen Pferden gezogenen Wagen, den Tod und den Schlaf in den Armen haltend oder eine Fackel gegen die Erde kehrend etc.