MKL1888:Schrämen

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Schrämen“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 14 (1889), Seite 621622
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Schrämen. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 14, Seite 621–622. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Schr%C3%A4men (Version vom 19.04.2021)

[621] Schrämen, eine alte Art der Gesteinsarbeit beim Bergbau, bei welcher das Gestein mittels eines spitzen Eisens (Berg- oder Schrämeisens) und eines Hammers (Fäustels) ausgemeißelt wird behufs Herstellung von Stollen, Strecken etc.; beim Braun- und Steinkohlenbergbau die Herstellung eines Schlitzes zwischen [622] Kohle und Gestein mit der Schrämhacke, um erstere dann in größern Stücken gewinnen zu können. Seit 1862 kommen Schrämmaschinen in Anwendung, bei welchen das Schramzeug durch komprimierte Luft oder Wasserdruck betrieben, eine hauende oder schneidende Bewegung macht. Die Schrämmaschine von Carrett, Marshall u. Komp. in Leeds besitzt als Motor eine Wassersäulenmaschine mit fliegendem Cylinder, welche auf einem eisernen Wagen ruht. Obwohl diese Maschinen erhebliche Ersparnisse gewähren und zur Schonung der Arbeiter beitragen, haben sie doch noch keine große Verbreitung gefunden, sie eignen sich auch nur für Flöze von mittlerer Mächtigkeit, mit hartem Schram, gutem Dach und flacher Lagerung; sie bedürfen langer Arbeitsstöße und sind also nur für Strebebau berechnet.