MKL1888:Steinschneider

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Steinschneider“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 15 (1889), Seite 277
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Wikipedia-logo-v2.svg Wikipedia-Artikel: Moritz Steinschneider
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Steinschneider. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 15, Seite 277. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Steinschneider (Version vom 11.04.2021)

[277] Steinschneider, Moritz, jüd. Gelehrter, geb. 30. März 1816 zu Proßnitz in Mähren, studierte Philologie und Pädagogik an der Universität Prag, darauf Orientalia in Wien und wandte sich hier der jüdischen Theologie und Litteratur zu. Nachdem er seine Studien seit 1839 noch in Leipzig, später in Berlin und 1842 in Prag fortgesetzt, wurde er hier Lehrer an einer höhern Töchterschule und ging 1845 nach Berlin, wo er seit 1859 an der Veitel-Heine-Ephraimschen Lehranstalt Vorlesungen hält und seit 1869 auch als Direktor der Töchterschule der Berliner jüdischen Gemeinde thätig ist. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten stehen obenan seine an Forschungsergebnissen reichen Kataloge, von denen wir den „Catalogus librorum hebraeorum in bibliotheca Bodlejana“ (Berl. 1852–60), den dazu gehörigen „Conspectus codicum manuscr. hebraic. in bibl. Bodl.“ (das. 1857), „Die hebräischen Handschriften der königlichen Hof- und Staatsbibliothek in München“ (Münch. 1875), den „Katalog der hebräischen Handschriften in der Stadtbibliothek zu Hamburg“ (Hamb. 1878) und den „Katalog der hebräischen Handschriften der königlichen Bibliothek zu Berlin“ (Berl. 1878) hervorheben. Steinschneiders Artikel „Jüdische Litteratur“ in Ersch und Grubers „Encyklopädie“ (2. Sekt., 27. Bd.; englisch, Lond. 1857) ist die erste vollständige Darstellung des Gegenstandes in größerm Umfang. Seine sonstigen Arbeiten sind meist in der von ihm herausgegebenen „Hebräischen Bibliographie“ (Berl. 1859–64, 1869–81) veröffentlicht. Auf dem Gebiet der arabischen Litteratur beleuchten seine Abhandlungen hauptsächlich Philosophie („Alfarabi“, 1869), Medizin („Donnolo. Pharmakologische Fragmente aus dem 10. Jahrhundert“, Berl. 1868; toxikologische Schriften u. a. in Virchows „Archiv“ 1871, 1873) und Mathematik („Baldi, Vite di matematici arabi“, Rom 1874; „Abraham ibn Esra“, Leipz. 1880, u. a. in Zeitschriften).