MKL1888:Weinhold

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Weinhold“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 16 (1890), Seite 500
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Weinhold. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 16, Seite 500. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Weinhold (Version vom 12.10.2022)

[500] Weinhold, Karl, Germanist, geb. 26. Okt. 1823 zu Reichenbach in Schlesien, studierte zu Breslau und Berlin Theologie und Philologie, habilitierte sich 1847 in Halle, wurde 1849 Professor der deutschen Sprache und Litteratur in Berlin, 1850 in Krakau, 1851 in Graz, 1861 in Kiel, 1876 in Breslau und bekleidet seit 1889 dieselbe Professur an der Universität zu Berlin. 1889 wurde er zum Geheimen Regierungsrat und zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt. Seine Hauptschriften sind zunächst die kulturhistorischen Werke: „Die deutschen Frauen im Mittelalter“ (Wien 1851; 2. Aufl. 1882, 2 Bde.), „Altnordisches Leben“ (Berl. 1856) und „Die heidnische Totenbestattung in Deutschland“ (Wien 1859), denen die Schrift „Die Polargegenden Europas nach den Vorstellungen des deutschen Mittelalters“ (das. 1871) anzureihen ist. Auf dem Gebiet mythologischer Forschung bewegen sich: „Die Sagen von Loki“ (Leipz. 1848) und „Die Riesen des germanischen Mythus“ (Wien 1858). Litterarhistorischen Inhalts sind die Schriften: „Weihnachtsspiele und Lieder aus Süddeutschland und Schlesien“ (Graz 1855; neue Ausg., Wien 1875) und „Heinr. Christ. Boie“ (Halle 1868). Dazu kommen wichtige Veröffentlichungen auf sprachwissenschaftlichem Gebiet: „Über deutsche Rechtschreibung“ (Wien 1852); „Über deutsche Dialektforschung“ (das. 1853); „Beiträge zu einem schlesischen Wörterbuch“ (das. 1855); „Alemannische Grammatik“ (das. 1863); „Bayrische Grammatik“ (das. 1867); „Die gotische Sprache im Dienste des Christentums“ (Halle 1870); „Mittelhochdeutsches Lesebuch“ (3. Aufl., Wien 1875); „Mittelhochdeutsche Grammatik“ (Paderb. 1877, 2. Aufl. 1883); „Kleine mittelhochdeutsche Grammatik“ (2. Aufl., Wien 1889); „Verbreitung und Herkunft der Deutschen in Schlesien“ (Stuttg. 1887), sowie die „Ausgaben der althochdeutschen Isidor-Fragmente“ (Paderb. 1874), des „Pilatus-Fragments“ (Halle 1877), des „Lamprecht von Regensburg. St. Francisken Leben und Tochter Syon“ (Paderb. 1880). Auch gab W. den „Dramatischen Nachlaß von J. M. R. Lenz“ (Frankf. a. M. 1884) heraus.