Maskentänzer in Neu-Mecklenburg

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Titel: Maskentänzer in Neu-Mecklenburg
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 642
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Rituelle Tänze in Neu-Guinea und dem Bismarckarchipel
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[642] Maskentänzer in Neu-Mecklenburg. (Zu dem nebenstehenden Bilde.) Ein Werk voll der interessantesten Aufschlüsse über Neu-Guinea und den sich nordöstlich daranschließenden Bismarckarchipel sind die „Studien und Beobachtungen aus der Südsee“ des Grafen Joachim Pfeil (Verlag von Fr. Vieweg und Sohn in Braunschweig). Dasselbe ist reich illustriert nach Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers und Photographien von Parkinson. Besonders lehrreich sind seine Schilderungen des merkwürdigen Charakters der wilden Kanakenstämme, welche die Inseln bevölkern, ihrer Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuche. Als eine besondere Charaktereigenschaft der Kanaken bezeichnet Graf Pfeil ihren Hang zum Geheimnisvollen, der sich fast in allen ihren Kultusgebräuchen äußert. Auch die feierlichen Tänze, bei deren Ausführung Masken getragen werden, bringen diesen Zug zum Ausdruck. Bei den Neu-Pommern bestehen diese Masken aus einem einfachen Geflecht, dessen eine Seite mit Lehm bestrichen und weiß gekalkt ist. Auf diese weiße Fläche werden mit schwarzer Farbe grauenhafte Gesichter gemalt und die Haare durch Grasbüschel dargestellt. Der Tänzer hält einen kleinen Stab im Munde, der der Maske ihre Rundung giebt und sie hindert, sich zu verrücken. Um den Kopf ist sie mittels einer Schnur festgebunden. Prächtiger und geheimnisvoller sind die Masken, welche die kriegerischen Neu-Mecklenburger bei gewissen Tänzen tragen. Sie sind mit beträchtlicher Kunst geschnitzt, und an die Aufgabe, einen furchterregenden Eindruck hervorzubringen, ist auffallend viel Phantasie gewandt. Besonders merkwürdig sind die hochgetürmten Auswüchse, welche die fratzenhaften Gebilde an Stelle der Ohren haben. Mit diesen Masken führen die Neu-Mecklenburger einen wunderbaren Kontertanz auf, der eigentlich in nichts anderem besteht als einem seitlichen Hin- und Hergehen mit hohem Aufheben der Beine und merkwürdigem Bewegen der Arme. Obwohl sehr langsam, sagt Graf Pfeil, ist der Tanz doch nicht ungraziös; doch vermag man bei objektiver Beobachtung nicht zu erkennen, daß, wie viel behauptet worden ist, die Bewegungen des Kasuars nachgeahmt werden sollen. Die geheime Bedeutung dieses Tanzes hat auch Graf Pfeil nicht ergründen können.

Die Gartenlaube (1899) b 0642.jpg

Maskentänzer in Neu-Mecklenburg.
Aus dem Werk: „Joachim Graf Pfeil, Studien und Beobachtungen aus der Südsee“.