Meinem lieben Röschen

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Textdaten
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Autor: Wilhelmine Maisch
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Titel: Meinem lieben Röschen
Untertitel:
aus: Taschenbuch von der Donau. Auf das Jahr 1824, S. 197–199
Herausgeber: Ludwig Neuffer
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1823
Verlag: Stettinische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Ulm
Übersetzer:
Originaltitel:
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Quelle: Exemplar der HAAB Weimar auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[197]

Meinem lieben Röschen.

Zum Geburtstage, am 21. August 1793.

Nimm dieß Lied voll inniger Gefühle,
Das Dir heut die ferne Freundin singt,
Das, entrauscht dem heitern Saitenspiele,
Liebend sich in Deine Nähe schwingt.

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Laß den schönen Tag uns festlich feiern,

Der Dich einst der Welt zur Freude gab,
Und der Freundschaft heil’gen Bund erneuern,
Der uns daure über Tod und Grab.

Heute war es, als zum ersten Male

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Dich der Sonne goldnes Licht umfing,

Als entzückt im sanften Morgenstrahle
Deiner Aeltern Auge an Dir hing.
Da stand ungesehn an Deiner Seite
Himmelsunschuld, Deine Schützerinn,

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Und mit reinem Seelenadel weihte

Sie Dich bald zu ihrer Lieblinginn.

[198]

Auch die Freundschaft nahte Deiner Wiege,
Deines Herzens Pflegerinn zu seyn,
Liebe grub in jeden Deiner Züge

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Zarten Seelenreiz und Anmuth ein.

Zur Gespielinn bot sich Dir die Freude,
Mäßigkeit war Deine Wärterinn,
Und die Tugend sprach: „Befreit vom Leide,
Führ’ ich Dich durchs Erdenleben hin.“ –

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Unter solcher Führerinnen Pflege

Blühtest Du, der Rose gleich, empor,
Und sie streuten Blumen auf die Wege,
Die das Schicksal Dir zu gehn erkor.
Blicke Deiner Zukunft froh entgegen,

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Unaussprechlich glücklich wirst Du seyn;

Denn der Menschheit bester, höchster Segen,
Reiner Liebe Wonnen harren Dein.

O, daß ich an Deine Brust nicht fliegen,
Heute nicht im feurigsten Päan,

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Mein Gefühl, der Sympathie Vergnügen,

Freundin! Dir entgegen rauschen kann. –
Hör’ den Wunsch, den mit der Morgenröthe,
Fern von Dir, mein wallend Herz Dir bringt!
Doch, er wird zum flammenden Gebete,

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Das zum Himmel aus dem Herzen dringt;


[199]

„Die ich innig, wie mich selber, liebe,
Segne sie, o Gott, du segnest gern!
Daß kein Kummer ihre Blicke trübe,
Halte jedes Unheil von ihr fern!

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Laß ihr bis zum letzten Lebensziele

Neue Lust mit jedem Tag erblüh’n,
Und der Freundschaft heilige Gefühle
Stets für mich im treuen Herzen glüh’n!“

 Wilhelmine Maisch.