Miszellen (Das Ausland, 1828, Nr. 3)

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Titel: Miszellen
Untertitel:
aus: Das Ausland, Nr. 3, S. 12
Herausgeber: Eberhard L. Schuhkrafft
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1828
Verlag: Cotta
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Erscheinungsort: München
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Quelle: Scans bei Commons
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Miszellen.

Das französische Publikum nimmt fortwährend Antheil an den täglich sich häufenden historischen Denkwürdigkeiten über Napoleon und seine Zeit. Diese Aufmerksamkeit auf den großen Mann wird nun auch von den Schöngeistern benutzt, so daß sie die Helden ihrer Romane natürlich oder gezwungen mit Napoleon in Verbindung zu setzen wissen. Durch solche Spekulation ist es dem Verfasser des Romans: le Colonel Duvar, fils naturel de Napoléon gelungen, dem Werke seiner Einbildungskraft viele Leser zu gewinnen. Leute, die zu den berühmten gobe-mouches gehören, auch einige liberale Pariser-Zeitungen haben sogar geglaubt, es möchte dieser Dichtung eine historische Wahrheit zu Grunde liegen.


Ein Negersklave in Louisiana, der gestohlenes Gut gekauft hatte, wurde als Dieb vor Gericht geführt, und den Gesetzen gemäß zu Peitschenhieben verurtheilt. Als er sich beschwerte, daß ihm Unrecht geschehe, da er ja nicht selbst gestohlen, sondern nur das von Andern Gestohlene gekauft habe, bedeutete ihn der Richter, daß dieß einerlei sey und auf dieselbe Art bestraft werde. Aber, Massa,[1] sagte er, werden denn auch die weißen Menschen gepeitscht, wenn sie gestohlenes Gut gekauft haben?

Gewiß, antwortete der Richter.

Ei, rief der Sklave voller Freuden aus, dann lasset nur gleich meinen Herrn peitschen; denn er hat mich gekauft, obgleich er wußte, daß ich aus meinem Vaterlande gestohlen war.

Der arme Neger hatte vielleicht nicht ganz Unrecht.


  1. Massa, Herr in dem Jargon der Negersklaven