Mordgrube zu Freyberg

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Textdaten
Autor: Andreas Möller
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Titel: Mordgrube zu Freyberg
Untertitel:
aus: Theatrum Freibergense Chronicum [...]. Das ander Buch, S. 60-62
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1653
Verlag: Georg Beuther
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Erscheinungsort: Freiberg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: HAB Wolfenbüttel und Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe Die Mordgrube zu Freiberg
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[60]
ANNO 1350.

Mordgrube zu Freyberg. SOll sich zu Freybergk eine besondere klägliche Geschicht zugetragen haben / wegen Eingangs einer fürnemen Bergzeche / zwischen Berthelsdorff und Erbißdorff / welche [61] hernach die Mordgrube genennet worden.

Denn weil damals das Bergwerck selbiger enden in vollem Flor / und mit einer grossen Menge Berghewer beleget gewesen / die in Feyertagen ihre gewisse Zusammenkünffte / und gemeine Täntze bey den Gemein Täntze bey den Zechenhäusern. Zechenheusern gehalten / soll sichs ohngefehr begeben haben / daß an dem einen orte / da dergleichen Convent und ein öffentlicher Reihetantz geschehen / ein Bäbstlicher Priester mit der Monstrantz für über gangen / einen Krancken zuberichten / worbey zwar der Glöckner ein gebräuchlich Zeichen mit rührung des gewöhnlichen Glöckleins von sich gegeben / weil aber unter den Tantzenden und Zusehern niemand solches in acht genommen / ausser des Spielmans oder Fiedlers / welcher zum Tantze Die tantzenden verfallen alle. gefiedelt / und sich auff das eine Knie niedergelassen / dem vermeinten heiligen Sacrament ehre zu beweisen / soll sich alsobald die Erde eröffnet / und die gantze anwesende Gesellschafft lebendig verschlungen haben / ohne gedachten Fiedeler / der auff einem kleinen Hügel sich erhalten / biß man ihm zuhülffe kommen / darauff der Hügel Der Fiedler wird allein erhalten. auch soll eingegangen seyn / daß man weder Täntzer noch Täntzerin mehr gesehen.

Ob nun solches die eigentliche Ursache dieses Erdfalls / wie von Mönchen fürgegeben worden / oder ob Ursache des Erdfalls. der Ort sonst unterfahren gewesen / und durch das hefftige Springen und erschuttern einen Bruch bekommen und eingangen / lasse ich andere davon urtheilen.

Gewiß ist es / daß ein grosser Erdfall geschehen / und viel Bergvolck damals verdorben / daß man auch lange Zeit hernach an diesem orte nichts fruchtbarliches erbawen / auch nur nicht die Verfallenen / und ihren Schmuck und Geschmeide / so sie an und bey sich gehabet / wieder erlangen und retten können / denn obschon offt darzu gereumet / Zum verfallenen wird vergeblich gereumet. und viel mühe deßwegen angewendet worden / ist doch alles / was man des Tages beweltiget / Nachts wieder eingangen / und hat daher diese Zeche noch heute zu Tage den Namen / [62] daß sie / wie anfänglich gedacht / die alte Mordgrube genennet wird.

Zu Erbißdorff in der Kirchen soll die gantze Geschicht für diesen abgemahlet gestanden haben / Gemelde in der Kirchen zu Erbißdorff. inmassen Wilhelm Hirschvogel / weiland des Raths zu Freybergk / in seinen geschriebenen Annalibus bezeuget / und zugleich meldet / daß er nicht allein an besagten orte mit alten Personen geredet / welche solche Abbildung / ehe sie von Regen abgewaschen worden / gesehen / sondern auch mit Hans Kolbinge seinen Befreundten selbst Anno 1490. auff die Mordgrube gangen / da sie noch ein groß gewaltig weit und rund Loch / des halben Marckts breit angetroffen / dergleichen sonst keine so grosse Pinge oder Schacht selber orten zufinden gewesen. Apelles hat hiervon dieses Chronodistichon:

PLena CaDaVerIbVs qVassIs fVnesta foDIna
     VVLgo In FreIbergo saeVa VoCatVr agro.