Närrische Welt

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: N. N.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Närrische Welt
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 48, S. 642
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[642] Närrische Welt. Die Zeitungen erzählen von einer friedlichen Landung einiger französischer und englischer Schiffe bei Kaffa, die von einem russischen Offizier empfangen wurden, der dann zum Gabelfrühstück auf dem Schiffe blieb und den alliirten Offizieren die Erlaubniß auswirkte, an’s Land gehen zu dürfen. Dort fanden diese Kosackenpferde, auf denen sie in Begleitung vieler russischen Offiziere einen Ausflug bis zum Landhause des Fürsten Gagarin machten, der, selbst General, sie auf’s Freundlichste bewirthete, ihnen beim Abschied Wein und Trauben auf’s Schiff bringen ließ und dagegen Thee, Käse und sonstige Kleinigkeiten empfing. Die fremden Eindringlinge schieden von den russischen Offizieren am Ufer unter Umarmungen und Händedrücken. Und acht Tage später standen vielleicht dieselben Menschen, die sich hier in kurzer Zeit lieb gewonnen und unter andern Verhältnissen sicher intime Freunde und Kameraden geworden, auf Schußweite gegenüber, bereit, sich auf die schnellste und grausamste Weise gegenseitig das Lebenslicht auszublasen oder doch wenigstens unfähig oder unglücklich für das ganze Leben zu machen. Giebt es eine tollere, unsinnigere und verdrehtere Welt als – unsere sogenannte civilisirte?