Nachricht zum Tode des Bischof von Ermland (Herold des Glaubens)

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Textdaten
Autor: Unbekannt
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Titel: Nachricht zum Tode des Bischof von Ermland
Untertitel:
aus: Herold des Glaubens, Nr. 3, 17. Januar 1841, Sp. 42–43
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1841
Erscheinungsdatum: 1841
Verlag: Th. Pergay
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Erscheinungsort: Aschaffenburg
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[42] Berlin, den 7. Januar. Amtlichen Anzeigen zufolge hat in Frauenburg am 3. d. M. ein schauderhaftes Verbrechen stattgefunden. Der eben so ehrwürdige als geachtete Bischof von Ermeland, Dr. von Hatten, ist am Abend des gedachten Tages zwischen 6 und 7 Uhr in seiner Wohnung überfallen, ermordet und beraubt, auch die außer ihm allein in der Wohnung befindliche bejahrte Vorsteherin seiner Haushaltung lebensgefährlich verwundet worden. Man fand den Bischof mit einer bedeutenden, von einem starken scharfen Instrumente herrührenden Kopfwunde. In Folge der von den Behörden angestellten Maßregeln wurde alsbald Rudolph Kühnapfel als der That verdächtig eingezogen. Bei der Haussuchung fand man Gelder und Pretiosen, die man in der bischöfl. Wohnung vermißte. Das entsetzliche Verbrechen wird noch dadurch schauderhafter, daß der muthmaßliche Mörder viele Wohlthaten von dem Seligen empfangen hatte. Derselbe ist 26–27 Jahre alt, kathol. Religion, ein Schneider seines Handwerkes, übrigens übelberüchtigt und geldgierig, der seinen Haß auf die Geistlichkeit zu Frauenburg geworfen hatte. Die Haushälterin, Rosina Pfeifer, liegt besinnungslos; man hat keine Hoffnung, sie am Leben zu erhalten. – Das dortige Domkapitel hat über den gewaltsamen Tod des ehrw. Bischofs die nachstehende Bekanntmachung erlassen: „Nach Gottes unerforschlichem Rathschlusse endigte gestern der hochw. Bischof von Ermeland, Doctor der Theologie und Ritter des rothen Adlerordens erster Classe, Herr Andreas Stanislaus von Hatten, in seinem 78. Jahre seine irdische Laufbahn. Leider sind die der Milde und Menschenfreundlichkeit gewidmeten Lebenstage des theuern Verblichenen von ruchloser Hand, durch einen gestern zwischen 7 und 8 Uhr Abends an ihm verübten Mord verkürzt worden. Der Verewigte hat der Diöcese 54 Jahre als Priester angehört. Er befand sich seit 40 Jahren in der bischöfl. Würde und bekleidete bis zum Jahre 1837 das Suffraganat von Ermeland, in welchem Jahre er die oberhirtliche Leitung dieses Bisthums übernahm. Seine Güte und sein Wohlwollen haben ihm unsere und der Bisthums-Angehörigen Liebe [43] in einem ausgezeichneten Grade erworben, und wir beklagen in gerechtem Schmerze den Hintritt unseres hochverehrten Bischofs, unter dessen weiser Leitung das fortschreitende Emporblühen dieses Bisthums gesichert schien. Frauenburg, den 4. Januar 1841. Das Domcapitel von Ermeland.“ (Wir werden die bekannt gewordenen Details in der nächsten Nr. mittheilen.      D. Red.)