Nellenburg

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Autor: Ottmar Schönhuth
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Titel: Nellenburg
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aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 107–108
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Nellenburg.

Westlich von der Stadt Stockach erhebt sich ein Hügel, der Nellenberg genannt, auf ihm, jetzt nur noch in wenigen Resten sichtbar, stand einstens die mächtige Nellenburg, die einer ziemlich großen Landstrecke am Bodensee, der früheren Landgrafschaft Nellenburg, den Namen gab. Ein zahlreiches Geschlecht, von dem Manche eine nicht unbedentende Rolle in Teutschlands Geschichte spielen, gieng von dieser Burg aus.

Mit Eberhard II. genannt Graf Eppo, beginnt, (dem Schaffhauser Geschichtsschreiber Rüger zu Folge) die Geschlechtsreihe der Grafen von Nellenburg. Er vermählte sich um’s Jahr 1009 mit Frau Hedwig, der Tochter des im J. 1004 verstorbenen Herzogs Hermann II. von Schwaben und Geschwisterkind Kaisers Heinrich des Heiligen.

„Graf Eppo“ – erzählt die Legende – „galt allgemein für einen mannhaften aber strengen und jähzornigen Ritter; Frau Hedwig aber war gar eines frommen und gottseligen Gemüths. Sie hatte die Gewohnheit, jedesmal um Mitternacht aufzustehen und in dem Psalter zu beten. Einsmals erzürnte sich ihr Gemahl darüber; riß ihr den Psalter aus der Hand und warf ihn in das Kaminfeuer; am Morgen aber ward das Buch unversehrt auf dem Heerde gefunden und Frau Hedwig wieder zugestellt. Dies Wunder füllte ihren Gemahl mit Schrecken und er wehrte von nun an nie mehr ihren Andachtsübungen. Sie stiftete bald darauf das Benediktiner-Frauenkloster [108] Schwabenheim in der Grafschaft Sponheim im Rheingau; nahm den Schleier und ward auch daselbst begraben.

(Vergl. Schönhuth’s „Burgen des Hegau’s.“ 3. Heft S. 3.)