Newe Zeitung. Des Türckischen Keisers Absagbrieff

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Autor: unbekannt
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Titel: Newe Zeitung. Des Türckischen Keisers Absagbrieff / so er newlich dem Römischen Könige Ferdinando / bey seinem Legaten zugesand.
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Entstehungsdatum: 1556
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Quelle: Scans auf Commons (Ungarische Elektronische Bibliothek)
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[3]

Newe Zeitung.
Des Türckischen
Keisers Absagbrieff / so er new-
lich dem Römischen Könige Fer-
dinando / bey seinem Legaten
zugesand.


Vns armen Christen erschrecklich
vnd sehr erbermlich zu hören.
1556.


[4] [5]

Des Türckischen Keisers Ab-
sagbrieff / so er newlich dem Römischen Kö-
nige Ferdinando / bey seinem Legaten
zugesand / Anno 1555. den
andern Nouemb.


VOn des grossen Gottes gnaden im Himel / Wir Woltman / Gott auff Erden / des grosmechtigste Keiser aller Keiser / der gantzen Erden Vater vnd Oberster / Zerstörer der gantzen Christenheit / entbieten dir Ferdinando / alle vngnad / vnglück / verderbung deines gantzen Lendleins / Helffern vnd Mithelffern / alle macht vnser Pein / Vnd thun dir zu wissen / das wir (von dem grossen Gott im Himel genant / ein ewiger / vnüberwindlicher Gott auff Erden / ein grosmechtiger Keiser aller Keiser / vnd Soldan zu Babylonia / vnd Athen / König zu Egypten / in Europa vnd Asia / Soldan vnd Herr zu Armenia / des edlen stams in Milia / ein grosser Helffer der Götter / ein Fürst vom durren Baume an / bis auff den Berg Achaia / vnd ein König aller Könige / vom Auffgang bis zum Nidergang / vom Mittage bis zum Abend / Probst des Paradeis / ein Gott des Machomets / ein Verderber der Christenheit / vnd aller so sich Christen nennen / ein Behüter vnd Herr / auch Beschützer der Gruben deines gecreutzigten Gottes zu Jerusalem / Victor, Triumphator, vnd Dominus des gantzem vmbkreis [6] der Welt) dich Ferdinandinn / der du dich in vnsern Landen schreibst / einen König in Vngern etc. bey vnd one verlierung vnserer Krone / daheim suchen wollen. Solt dich derhalben gentzlich zu vns versehen / das wir dich mit 13. Königen / Reichen / vnd Volck / etliche hundert tausent starck / beide zu Roß vnd fusse / mit Türckischer vnd Deudscher Kriegsrüstung / Ja mit[1] aller vnser grösten macht / so du vnd die deinen nie gesehen / erfaren vnd erhört haben / fur Wien deiner Heubtstad / vnb darinne furnemlich besuchen wollen / Dich auch mit vnerfarner Tyranney angreiffen. Vnd es sey denn / das dir dein grosser Gott / darauff du pochest / helffe / so wil ich Gott auff Erden / dich mit allen deinen Helffers Helffern / mit vnser Kriegsrüstung / durch brennen / morden / vnd verheeren / mit dem aller elendesten tode / so wir erdencken können vnd mögen / vmbbringen vnd richten lassen / Deine Christen auch erstechen / erwürgen / vnd ins elende ewiglich senden / Ire Kinder / als junge Hunde / tödten. Solchs haben wir dir wollen anzeigen / damit du dich mit deinen elenden wüst darnach zu richten. Denn wir vns gentzlich fürgesatzt / auch mit dem Deudschen Reiche vnd Lendlein / vnser macht vnd Keiserthumb zu mehren. Hiernach magstu Elender / Landarmer dich versehen. Datum ut supra / in vnser Stad Constantinopel / daraus wir erbermlich deine Vorfarn auch getrieben / gefangen / getödt / vnd jre Weiber vnd Kinder jemmerlich geschendet. Nach vnser geburt im 23. Jare / vnd vnser Regierung im 6. Jare.


[7]

Vermanung an die Christen.

HIER mag ein jeder Christ sehen vnd bedencken / die grosse Tyranney / die einem jeden widerfaren mag. Denn so wir in vnserm wilden wesen / mit sauffen / fressen / huren vnd vnchristlicher kleidung / fort faren werden / wird gewis die straffe folgen / vnd die Prophecey Abacuc cap. 1. vns betreffen / da also stehet / Es gehet Gewalt vber Recht / Darumb gehets gar anders denn recht / vnd kan keine rechte sache gewinnen / Denn der Gottlose vberforteilet den Gerechten / Darumb gehen verkarte vrteil. Schawet vnter den Heiden / Sehet vnd verwundert euch / Denn ich wil etwas thun zu ewern zeiten / welchs jr nicht gleuben werdet / wenn man daruon sagen wird. Denn sihe / Ich wil die Chaldeer erwecken / ein bitter vnd schnell Volck / welchs ziehen wird / so weit das landt ist / wonunge einzunemen die nicht sein sind. Vnd wird grausam vnd schrecklich sein / das da gebeut vnd zwinget / wie es wil. Ire Rosse sind schneller denn die Parden / So sind sie auch beißiger / denn die Wolffe des abends. Ire Reuter ziehen mit grossen hauffen von fernen daher / als flögen sie / wie die Adeler eylen zum Ass. Sie kommen allesampt / das sie schaden thun / Wo sie hin wollen / reissen sie hindurch / wie ein Ostwindt / vnd werden gefangene zusamen raffen / wie Sand. Sie werden der Könige spotten / vnd der Fürsten werden sie lachen / alle Festunge werden jnen [8] ein schertz sein / Denn sie werden Schut machen / vnd sie doch gewinnen. Denn mus jr sieg jres Gottes sein. Aber du HERR mein Gott / mein Heiliger / der du von ewigkeit Herr bist / Las vns nicht sterben / sondern las vns o HERR / nur eine straffe sein / vnd las sie / O vnser Hort / vns nur züchtigen. Deine augen sind rein / das du vbels nicht sehen magst / vnd dem jammer kanstu nicht zusehen. Warumb sihestu denn zu den Verechtern / vnd schweigest / das der Gottlose verschlinget den / der frömer denn er ist? etc.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage mir