RE:Ἄκατος

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 11581159
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Ἄκατος, kleines, schnellsegelndes Fahrzeug, welches Riemen (Ruder) und Segel führte (vgl. Luc. ver. hist. I 5) und besonders von Piraten gebraucht [1159] wurde (Strab. XI 495. Thuk. IV 67, 3). Aus Plin. n. h. IX 49 (concham esse acatii modo carinatam) folgert Brunn (Festschr. z. 35. Phil. Versamml. Stettin 1880), dass die . einen besonders scharfen (indogerm. Wurzel ak-, acuo) Kiel gehabt habe und erklärt das rechts befindliche der beiden Schiffe auf der Aristonophos-Vase als . (Seeräuberschiff im Kampfe mit einem Kriegsschiffe), vgl. a. a. O. 170. Dagegen bezieht Werner (Gött. gel. Anz. 1882 I 230ff.) mit Recht die Angabe des Plinius auf den scharfen Bau des Buges, da durch diesen, nicht durch den Kiel, die Schnelligkeit bedingt werde. Grösse und Beruderung der . war eine sehr verschiedene: bei dem ἀκάτιον ἀμφηρικόν handhabte ein einziger Ruderer 2 Riemen zugleich (Schol. Thuk. IV 67. Hesych. s. v.). Auch der nur klein zu denkende Nachen des Charon wird als . bezeichnet, Hermesian. b. Athen. XIII 597 B; ἄκατοι als Getreideschiffe (σιταγωγοὶ ἀ.) bei Herod. VII 186; Fahrzeug mit über 50 Mann an Bord bei Luc. ver. hist. I 5. Zu Strabons Zeit fassten die ἄκατοι der Seeräuber höchstens 30 Mann (Strab. a. a. O.). Die ἀ. δημόσιαι der griechischen Kriegsmarine (von Boeckh Urk. 75 mit den πλοῖα ὑπηρετικά bei Demosthenes, Aeschines und Plutarch identificiert) dienten als Avisos zur Überbringung von Depeschen und zu sonstigen Staatszwecken.

Anmerkungen (Wikisource)

Siehe auch den Artikel Akatos 2 im Supplementband III (1918), Sp. 70.