Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Choren

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: † † †
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Choren
Untertitel:
aus: Meissner Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 2, Seite 80
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Commons = SLUB Dresden
Kurzbeschreibung:
{{{SONSTIGES}}}
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
ChorenSchloß1.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[Ξ]
Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen II 120.jpg
[80]
Choren.


Das Rittergut Choren besteht in seiner Gesammtheit aus den Rittergütern Choren und Wetterwitz, dem Brauschenkengute Obertoppschädel und zwei Wiesenparzellen in Ober- und Niedertoppschädeler Flur und liegt an der vereinigten Döbeler, Dresdner, Oschatzer und Freiberger Chaussee, durch einen Bach von Niedertoppschädel getrennt. Das Gut umfasst einen Flächenraum von circa 429 Ackern, bestehend in 366 Ackern Feld, 40 Ackern Wiesen und Gärten, 16 Ackern Laubholzwaldung und 7 Ackern Teichen, Lehden und Steinbrüchen, Wegen und dergleichen, und ist seit undenklichen Zeiten mit Wetterwitz vereinigt, das aber keine Gebäude hat, sondern von Choren aus bewirthschaftet wird, während das Brauschenkengut Obertoppschädel die Schäferei, Brauerei und den Gasthof in sich birgt.

Seit vielen Jahrhunderten gehört das Rittergut Choren der alten in hiesiger Gegend reichbegüterten Familie der Marschälle von Bieberstein, der auch die Rittergüter Bieberstein, Otzdorf, Kobelsdorf, Mockritz, Jessnitz, Crummenhennersdorf, Mahlitzsch, Nausslitz, Wüstensteinbach, Keuern, Ebersbach und andere zustanden. Die Marschälle von Bieberstein schrieben sich in Urkunden oft Marschälle von Choren, und behielten dieses Gut bis zum Jahre 1848, wo Christian Friedrich Marschall von Bieberstein es an den Major Sahrer von Sahr verkaufte, welcher 1846 zu Dresden mit Tode abging. Derselbe vergrösserte 1833 das Areal durch Ankauf des ehemaligen fiskalischen Chorener Ober- und Niederforstes nebst dem damit verbundenen Forsthause mit einer Gesammtfläche von 141 Ackern 274 Quadratruthen, dismembrirte jedoch nach und nach davon das Forsthaus und 50 Acker 177 Quadratruthen In diesem Zustande verkaufte es dessen Wittwe, Frau von Sahrer geborne von Wuthenau 1847 an den jetzigen Besitzer Herrn Friedrich Wilhelm Oehmichen, welcher den Rest des ehemaligen fiskalischen Forstes an 91 Ackern 67 Quadratruthen nebst einigen kleinen abgelegenen Parzellen der Rittergüter Choren und Wetterwitz im Gesammtbetrage von 16 Ackern 92 Quadratruthen abtrennte und verkaufte, so dass es jetzt noch die Eingangs angegebene Grösse umfasst. Der gesammte Complex bildet ein geschlossenes Ganzes und liegt im Halbkreis um die zwei Wirthschaftshöfe herum.

Das Herrenhaus zu Choren wurde im Jahre 1755 von Carl Leonhard Marschall von Bieberstein, churfürstlich Sächsischem Geheimrath und General-Kron-Postdirektor im Königreich Polen erbaut, dessen wolerhaltenes Bildniss in Lebensgrösse noch jetzt im Chorener Herrenhause aufbewahrt wird. Dieser Herr von Marschall kaufte im Jahre 1767 das Brauschenkengut Übertoppschädel, welches seit dieser Zeit stets mit Choren vereint geblieben ist. – Das schöne Rittergutsgebäude ist von einem sehr geschmackvollen Garten und für hiesige Gegend wirklich romantischen Parkanlagen umgeben. – Das Dorf Choren besteht aus 36 Hausnummern mit etwa 250 Einwohnern. Der Ort ist nach Rüsseina eingepfarrt, welche Kirche unter der Collatur des Hochstifts Meissen steht, dessen jedesmaliger dritter Domherr Collator ist. Die Rüsseinaer Pfarre gehört zu den einträglichsten des Landes.

† † †