Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Schillbach

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: M.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Schillbach
Untertitel:
aus: Voigtländischer Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 5, Seite 87–88
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: o. J. [1859]
Verlag: Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: SLUB DresdenCommons
Kurzbeschreibung:
{{{SONSTIGES}}}
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[Ξ]
Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V 132.jpg
[87]
Schillbach.


Zu den verschiedenen deutschen Ansiedelungen, welche nach Unterjochung der Slaven unter dem Schutze der festen, von dem Grafen von Eberstein erworbenen sorbischen Burg Schöneck (Srenek oder Sherenik) entstanden, befand sich auch das Dorf Schillbach. Dasselbe liegt an dem Bache gleichen Namens, eine halbe Stunde westlich von Schöneck und zwei Stunden östlich von Oelsnitz an der Chaussee und wird eingetheilt in das eigentliche Dorf Schillbach und die sogenannten Birkhäuser, elf an der Zahl, welche nördlich vom Orte zerstreut erbaut sind; auch gehören hierher die Erlmühle und das Haus bei der herrschaftlichen Schäferei. Die Einwohnerschaft besteht aus etwa drei hundert fünfzig Köpfen und ist nach Schöneck eingepfarrt.

Schon im Jahre 1386 geschieht des Rittergutes zu Schillbach Erwähnung, wo es sich im Besitze der im Voigtlande reich begüterten Familie von Tosse befand. Hans von Tosse verkaufte damals dem Rathe der Stadt Schöneck einen Wiesengrund und empfing das Geld dafür am Tage Margarethe. Auch im Jahre 1444 fand ein ähnlicher Handel Statt, indem der Magistrat Peter Thossen zu Marieney und Conrad Thossen zu Schillbach für vier und siebzig neue Schock Groschen die Wüstung Haselbrunn abkaufte. In einer Urkunde von 1491 wird gesagt, dass die Kirche zu Wallbach Frohnleute und Zinsen zu Schillbach besass, und über diese eigene Jurisdiction ausübte.

Wahrscheinlich um 1490 gelangte Schillbach an Anshelm von Tettau Ritter und Amtmann zu Schneeberg, der auch Breitenbrunn besass. Er war vermählt mit Anna von Steinsdorf, die ihm vier Söhne, Albrecht, Georg, Christoph und Marquard gebar, von denen nach des Vaters 1505 erfolgtem Tode Albrecht das Gut Schillbach erbte. Von seinen mit Judith von Magwitz erzeugten drei Kindern erhielt Schillbach Christoph von Tettau vermählt mit Apollonie von Falkenstein aus Magwitz, einer reichen Erbin; denn sie brachte ihrem Gatten die Güter Ober- und Niederlossa, Neuensalza und Marieney zu. Der nächste Besitzer von Schillbach war Joachim von Tettau, Christophs Sohn und Gemahl Catharinas von Spiegel. Von ihm gelangte das Gut an Bernhard von Tettau, vermählt mit Elisabeth von Zettwitz, welcher dasselbe an Carl von Kospoth verkaufte, oder vielleicht auch nur verpfändete; denn schon im Jahre 1546 wird wieder Christoph Albrecht von Tettau, Bernhards Sohn, als Herr auf Schillbach genannt, der sich mit Magdalenen von Watzdorf aus Reuth vermählte. Sein Sohn, Joachim Albrecht, erbte das Gut und hinterliess es seinem dritten Sohne Christoph Rudolf, den ihm seine erste Gemahlin, Anna Catharina von Boxberg aus Sachsenburg, geboren hatte; seine zweite Frau war Elisabeth Mulz von Waldau aus Wallhof. Der letzte Herr von Tettau auf Schilbach war Christoph Rudolph, des vorigen Besitzers Sohn, dem auch die Güter Eschbach, Arnoldsgrün und Korna zustarben. Er wird geschildert als ein sehr jähzorniger Herr, der am 13. Juni 1728 zu grossem Leidwesen seines Hauses febre maligna et in furore mit Tode abging, und zwar, wie die Chronik hinzufügt, in Folge einer heftigen Alteration, welche ihm am Freitage [88] vor denn Trinitatisfeste begegnete. Der Herr von Tettau wollte nämlich an diesem Tage die Exekution durch Abhütung eines Stückes Feld mit grüner Saat an einem seiner Unterthanen vollziehen, worüber der Schäfer dem Herrn die dringendsten Gegenvorstellungen machte und ihn beschwor, von einer so sündigen Handlung abzustehen. Der Edelmann wurde über des Schäfers Kühnheit dergestalt erbittert, dass er ein Pferd bestieg und den Schäfer zwang, den Befehl vor seinen Augen zu vollziehen. Während nun die Schafe das Feld abhüteten, kam plötzlich von der nahen Weide ein wüthender Hengst herbei gerannt, der mit den Hufen dergestalt auf Herrn von Tettau eindrang, dass dieser sich nicht anders, als durch eilige Flucht zu retten wusste. Nur mit grosser Mühe entging der Edelmann dem rasenden Thiere, das ihn bis in den Hof des Rittergutes Schillbach verfolgte und dort erst aufgefangen werden konnte. Der gewaltige Schreck und Gewissensbisse warfen Rudolf von Tettau auf das Krankenlager, von dem er nicht wieder erstand. Er war mit Charlotte Louise von Planitz aus dem Hause Auerbach vermählt, die einen Posthumus, Christoph Rudolf, gebar, der jedoch bereits in zarter Jugend wieder starb.

Von den Tettau’s kam Schillbach an die von Beulwitz, sehr bald jedoch an die Familie von Mangold, der es bereits 1779 gehörte. Von dem königlich Sächsischen General von Mangold gelangte Schillbach an den jetzigen Besitzer Herrn Haus Eggert Wilibald von der Lühe.

Wie schon erwähnt, ist Schillbach nebst Eschenbach, Gunzen, Oberzwota, Mulda, Muldenberg, Kottenhaida, den Saubachshäusern, dem Zachariashause, dem Tannenhause und dem Pfarrgütlein nach Schöneck eingepfarrt. Der Lehrer zu Schillbach unterrichtet durchschnittlich gegen achtzig Kinder.

M.