Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Schmochtitz

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Textdaten
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Autor: H.
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Titel: Schmochtitz
Untertitel:
aus: Markgrafenthum Oberlausitz, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3, Seite 40
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons und SLUB Dresden
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Schmochtitz Bischof Benno Haus 12.JPG
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Schmochtitz


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Schmochtitz.


Schmochtitz, wendisch Schmochczizy genannt, liegt eine und eine halbe Stunde nordwestlich von Budissin entfernt an einem kleinen Bache. Das Dörfchen zählt etwa hundert Einwohner, zum Theil Wenden, und die Gegend ist bei ziemlicher Fruchtbarkeit nicht ohne Reize. Eine besondere Zierde ist das grosse, schöne, von englischen Anlagen umgebene Schloss.

Das Rittergut Schmochtitz gehörte im vierzehnten Jahrhundert der Familie von Schreibersdorf, von der es später an die von Pannewitz gelangte. In der Mitte des sechszehnten Jahrhunderts scheint Schmochtitz ein Besitzthum der reichbegüterten Herren von Nostiz gewesen zu sein, von denen es durch eine Heirath an die Familie von Penzig gelangte. Das Stammgut derselben, Penzig, liegt in der Nähe von Görlitz und wurde 1491 von Hans von Penzig dem Aelteren zur Hälfte an diese Stadt verkauft. Den anderen Theil erwarb die Stadt im nächsten Jahre von Hans von Penzigs älteren Bruders, Nikolas von Penzigs Söhnen Johann, Georg, Lothar und Balthasar. Um das Jahr 1600 besassen die von Penzig Buhra, Daubitz, Jessnitz, Mittellinde, Niederrudelsdorf, Redlitz, Schmochtitz und Wilcka. Zu den Lausitzischen Edelleuten, welche als treue Anhänger des sogenannten Winterkönigs in der Schlacht am weissen Berge bei Prag ihren Tod fanden, gehörte auch Caspar von Penzig, ein Sohn Hans von Penzigs auf Schmochtitz. Später wird ein Oberst Carl Sigismund von Penzig als Besitzer dieses Gutes genannt. 1684 berief mit landesherrlicher Genehmigung der Rath und Oberamtsverwalter des Markgrafthums Oberlausitz, Gottlob Ehrenreich von Gersdorf auf Kauppa und Bolberitz, auf Ansuchen Franz Adolphs von Nostiz auf Brösa zur Anstellung einer Injurienklage gegen Friedrich Ferdinand von Ziegler und Klipphausen auf Gottau eine Ehrentafel zusammen unter deren Assessoren sich auch Wiegand Adolph von Penzig auf Schmochtiz befand.

Im vorigen Jahrhundert kam Schmochtitz in Besitz der Familie von Schönberg. 1770 gehörte das Gut dem churfürstlich Sächsischen Hausmarschall Peter August von Schönberg, welcher durch ausgedehnte und geschmackvolle Bauten und Parkanlagen sehr viel zur Verschönerung dieser Besitzung gethan hat. Die Parkanlagen sind in der Hauptsache noch jetzt erhalten und zeichnen sich durch eine Fülle schöner Bäume aus. Als zu jener Zeit der damalige Churfürst Friedrich August zu Budissin die Huldigung empfing und desshalb einige Tage in der Lausitz verweilte, wurde Schmochtitz von ihm und seiner Gemahlin mit einem Besuche beehrt. – Die Besitznachfolgerin des Hausmarschalls war dessen Tochter Auguste Charlotte, vermählt mit einem Grafen von Kilmannsegge, welche Schmochtitz 1820 an den k. k. General der Cavalerie, Grafen von Riesch, verkaufte. Zur Zeit gehört das Gut dessen Sohne, Herrn Johann Wolfgang Sigismund, Grafen von Riesch auf Neschwitz etc.

Der jetzige Besitzer des Gutes hat dessen Oekonomie, für welche im Jahre 1845 ein Rindviehstamm holländischer Raçe angeschafft wurde, womit ein Milchverkauf verbunden ist und eine vorzugsweise auf Futterbau basirte Fruchtfolge correspondirt, auf eine Stufe sehr schwunghafter Ertragsfähigkeit gebracht. Schmochtitz enthält zweihundert Acker dreissig Quadratruthen Flächengehalt mit 3832,40 Steuereinheiten.

Schmochtitz war früher in die Michaeliskirche zu Budissin eingepfarrt, hielt sich aber mehr an die Kirchen zu Neschwitz und Göda. Durch ein allerhöchstes Rescript vom 7. Juli, welches die Neschwitzer verwickelten Parochialverhältnisse ordnete, wurde nun die Bestimmung getroffen, dass Schmochtitz und das in gleichem Falle befindliche Solschwitz zu der Pfarrei Göda gehören sollten. Schmochtitz ist in die 1770 von dem Rittergutsbesitzer auf Grosswelcke gegründete und daselbst befindliche Schule gewiesen, gleichwie die Dörfer Klein- und Grosswelke, Lubachau, Kleinseydau, Temritz, Milkwitz, Klein- und Grossbrösern und die protestantischen Kinder aus Cölln. – Auf den Höhen bei Schmochtitz liess der Kaiser Napoleon am 20. Mai 1813 (zur Bautzener Schlacht) die Artillerie in Schlachtordnung stellen.

H.     







Druck von Sturm und Koppe (A. Dennhardt) in Leipzig.