Sagen von Benau

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Textdaten
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Autor: Bernhard Baader
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Titel: Sagen von Benau
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 481–482
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
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[481]
Sagen von Benau.
1.

Auf dem Schwarzenbrucher Berg ist ein Platz, das Moos genannt, worauf zur Zeit, als das Schappacher Thal noch ein See war,[1] eine Stadt, Namens Benau, stand. Weil ihre Bewohner ein Leben wie die von Sodom führten und ein goldenes Kalb anbeteten, wurde die Stadt durch Gottes Strafgericht in die Tiefe des Berges versenkt. Neun Tage hindurch hörte man das Jammergeschrei der Versunkenen und Niemand war dem Verderben entgangen, als der Pfarrer und der Meßner, welche Beide, gerade zur Zeit des Unterganges der [482] Stadt, einen auswärtigen Kranken mit den heil. Sterbsakramenten versahen.


2.

Vor etwa vierzig Jahren suchten zwei Männer aus dem Oberwolfacher Stade jenes goldene Kalb mit Hülfe von Zaubermitteln zu gewinnen. Da der Bergspiegel ihnen gewiesen hatte, daß es bei dem sogenannten Goldbrünnlein auf einer eisernen Kiste liege, trieben sie dort einen tiefen Stollen in den Berg. Schon waren sie zu dem Kalbe gekommen, schon hatte der Eine von ihnen es bei dem Schweife gefaßt – da regneten von unsichtbaren Fäusten solche Schläge auf seinen Rücken, daß er seine Beute auf immer fahren lassen mußte. Bei diesem Schatzgraben hatte er und sein Genosse ihr ganzes Vermögen zugesetzt; außerdem ward, in der Folge, Jener stockblind und Dieser wahnsinnig bis zur Raserei.


3.

In neuerer Zeit wurden auf dem Schwarzenbruch zwei Benauer Taufsteine ausgegraben. Den Einen verwendete ein Hofbauer aus dem Stabe Oberwolfach als Schweintrog; da fielen ihm alle Schweine, welche daraus fraßen; weßhalb er denselben eiligst fortschaffte und der Johanniskapelle unweit seines Hofgutes schenkte. Der andere Taufstein war in der nächsten Sägemühle vor die Thüre des Ochsenstalles gepflastert worden, aber der erste Ochse, welcher darüber hinschritt, brach ein Bein, worauf der Sägemüller den Stein sogleich ausgrub und ihn gleichfalls der erwähnten Kapelle schenkte.

(Mitgetheilt von Bernhard Baader in Mone’s „Anzeiger für die Kunde der teutschen Vorzeit.“ Jahrg. 1837. S. 174.)

  1. Siehe die Einleitung zu diesem Werke. Seite XVII.